AKK: Schutzmasken-Pressetermin ohne Schutzmasken und Abstand

  • Die Bundeswehr ließ 10,3 Millionen Schutzmasken aus China einfliegen.
  • Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nahm den Flieger öffentlichkeitswirksam in Empfang.
  • Doch eins fehlt auf den Bildern vom Pressetermin: Schutzmasken.
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Leipzig. Eigentlich sollte es am Flughafen Leipzig/Halle am Montag um 10,3 Millionen Schutzmasken gehen, die dort aus China eingetroffen sind. Das größte Frachtflugzeug der Welt, die Antonow An-225, landete dort und wurde von Verteidigungsmnisterin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Empfang genommen.

Ausgerechnet bei diesem Pressetermin zeigten sich jedoch die Ministerin und ihr Team ohne Schutzmasken, dicht an dicht und eng umrundet von Reportern. Wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, standen Dutzende Menschen ohne Schutzmaske auf der Landebahn, neben der Ministerin und ihren Mitarbeitern auch Bundeswehrangehörige. An die Einhaltung von Corona-Regeln habe im Verteidigungsministerium offenbar niemand gedacht.

Auf Twitter sorgte das für Spott. Ein Foto, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn samt Entourage dicht gedrängt in einem Krankenhausaufzug zeigt, hatte bereits vor zwei Wochen für Kritik gesorgt.

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Maskenpflicht im Nahverkehr
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Seit Montag müssen alle Reisenden im Nahverkehr einen Mund- und Nasenschutz tragen.  © Reuters

“Das ist Teil einer Lieferung von insgesamt 25 Millionen Masken”, sagte Kramp-Karrenbauer als sie das Frachtflugzeug auf der Landebahn begrüßte. “Normalerweise werden diese Flugzeuge genutzt, um großes Gerät von Afghanistan, von Mali aus den Einsätzen hierher zu bringen oder dorthin zu bringen”, so die Ministerin und CDU-Vorsitzende.

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Etwa Hubschrauber und Panzer werden mit der Antonow An-225 transportiert. In der Corona-Krise würden die Frachter eingesetzt, um Masken nach Deutschland zu bringen. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise. Das Flugzeug Antonow An-225 kann bis zu 250 Tonnen Fracht transportieren.

Die Schutzmasken würden von Leipzig über eine private Spedition an die Bundesländer verteilt. "In den Bundesländern ist es Sache der Gesundheitsminister vor Ort, festzulegen, welche Einrichtung wie viele Masken bekommen", erklärte die Verteidigungsministerin. Um sicherzugehen, dass die Masken auch funktionstüchtig sind, wird laut Kramp-Karrenbauer die Qualität in Stichproben bereits in China getestet. Auch in Deutschland werde das Material kontrolliert.

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Nach Kritik am Gedränge in Leipzig hat sich das Verteidigungsministerium inzwischen entschuldigt. „Leider haben sich heute in Leipzig nicht alle an die Regeln gehalten. Das bedauern wir sehr und überprüfen auch unsere eigene Organisation“, hieß es in einem Tweet des Ministeriums nach dem Termin am Montag. „Muss wohl noch bei uns allen richtig eingeübt werden.“

RND/dpa/feh

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