„Vieles kommt leider erst noch“

Agrarminister Özdemir: Lebensmittelpreise werden weiter steigen

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung (Archivbild)

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung (Archivbild)

Frankfurt a.M. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen in Deutschland. „Vieles kommt leider erst noch“, sagte der Minister der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). So habe die Lebensmittelindustrie lange Einkaufsfristen für Energie.

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„Wir müssen im Herbst und Winter mit Steigerungen rechnen, weil sich der Handel jetzt mit teurer Energie versorgen muss und die Preissteigerungen an die Kunden weitergereicht werden.“

Im „Morgenmagazin“ des ZDF räumte Cem Özdemir mit Blick auf den russischen Angriff auf die Ukraine ein: „Ich kann die Folgen des Krieges als bundesdeutscher Agrarminister nicht ungeschehen machen.“ Es gehöre zur russischen Strategie, Getreideexporte aus der Ukraine zu blockieren, um die weltweite Nahrungsmittelkrise weiter zu verschärfen. „Der Krieg Russlands, der muss enden“, sagte der Grünen-Politiker. Darum sei ein „Teil der Strategie, die Ukraine zu ertüchtigen, damit sie in diesem Krieg erfolgreich ist“.

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Özdemir: Mehrwertsteuersystem muss auf den Prüfstand

Özdemir verteidigte in der „Rheinischen Post“ seinen Vorstoß, im Kampf gegen hohe Lebensmittelpreise die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu streichen. „Dass das aktuelle Mehrwertsteuersystem einmal grundsätzlich auf den Prüfstand gehört, darüber kann es nicht ernsthaft Streit geben“, erklärte der Grünen-Politiker. „Logik, Einfachheit und Nachhaltigkeit sind dabei die Stichworte. Da landet man dann schnell bei meinem Vorschlag.“

Ähnlich äußerte sich die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast im Radiosender „rbb“. Sie unterstütze Özdemirs Vorstoß: „Wie haben diese Schieflage, dass wir auf Fleisch sieben Prozent Mehrwertsteuer zahlen und auf Gemüse und Obst, nämlich das, was wir aus Gesundheitsgründen und Klimagründen viel mehr kaufen sollten, 19 Prozent. Das hat eine Schieflage und die muss verändert werden.“ Gleichzeitig betonte die Grünen-Politikerin, dass die Zeit billiger Lebensmittel vorbei sei. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft Planungssicherheit für Bauern schaffen und wie wir die Ärmsten der Armen entlasten“, sagte Künast.

RND/epd

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