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Afghanistan: Wenn der Westen abzieht, dann müssen die Flüchtlinge bleiben

  • Seit voriger Woche ist es amtlich: Die westlichen Truppen verlassen Afghanistan.
  • Das muss Folgen haben.
  • Nötig ist ein vorläufiger Abschiebestopp, kommentiert Markus Decker.
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Berlin. Die Würfel sind gefallen. Bis zum 11. September, dem Jahrestag des Attentats auf das World Trade Center in New York, will der Westen seine Truppen aus Afghanistan abziehen, darunter die rund 1000 Soldaten der Bundeswehr.

Zwar hat er mancherlei Ziele erreicht. Und sage und schreibe 60 Prozent der rund 37 Millionen Afghanen sind jünger als 25 Jahre und haben die Schreckensherrschaft der Taliban gar nicht mehr erlebt. Andererseits sind die gleichen Taliban wieder auf dem Vormarsch, die Gewalt nimmt zu, die Angst ebenfalls. Das hat Rückwirkungen auch auf Deutschland.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in der vorigen Woche angekündigt, jene afghanischen Ortskräfte nach Deutschland zu holen, die der Bundeswehr halfen. Die Entscheidung ist ebenso richtig wie anständig. Ja, mehr noch: Sie ist – wenn die viel beschworene soldatische Kameradschaft noch etwas gelten soll – moralisch zwingend. Umso absurder ist, dass die Abschiebungen nach Afghanistan wohl fortgesetzt werden. Das alles passt nicht zusammen.

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Da der Westen sein Scheitern mit dem letztlich bedingungslosen Rückzug aus Afghanistan zugibt, sollte er auch die Konsequenzen daraus ziehen. Das bedeutet: Die Abschiebungen müssen ausgesetzt werden. Es braucht ein Moratorium – mindestens so lange, bis Klarheit herrscht, wie es am Hindukusch weitergeht. Ob es also eine Übereinkunft zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul gibt oder ob Afghanistan in einem neuen Krieg versinkt.

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Schon heute trumpfen die Islamisten in Afghanistan auf. Ja, sie drängen auf einen noch schnelleren Abzug des Westens. Für die afghanischen Flüchtlinge in Deutschland, die mit einer Abschiebung rechnen müssen, lässt das nichts Gutes ahnen.

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