Afghanistan: US-Sondergesandter tritt zurück

  • Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan legt nun der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad sein Amt nieder.
  • Ursprünglich hatte er seinen Rücktritt schon im Mai geplant, blieb aber auf Bitten des US-Präsidenten Joe Biden auf seinem Posten.
  • Gegen Khalilzad wurde Kritik laut, dass er nicht genug Druck auf die Taliban ausübe.
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Washington. Der US-Sondergesandte für Afghanistan legt nach dem chaotischen amerikanischen Abzug aus dem Land sein Amt nieder. Das Außenministerium in Washington erklärte am Montag, Zalmay Khalilzad werde seinen Posten in dieser Woche zur Verfügung stellen.

Khalilzad war mehr als drei Jahre lang Sondergesandter, sowohl unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump, als auch unter seinem Nachfolger Joe Biden.

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Gegen Khalilzad wurde nach dem amerikanischen Abzug Kritik laut, er habe in den Friedensgesprächen, die unter Trump begannen, nicht genügend Druck auf die Taliban ausgeübt. Außenminister Antony Blinken sprach Khalilzad jedoch seinen Dank aus. „Ich danke ihm für seinen jahrzehntelangen Dienst am amerikanischen Volk“, sagte Blinken über Khalilzad, den ehemaligen US-Botschafter bei den Vereinten Nationen und in Afghanistan.

Khalilzad wollte schon im Mai zurücktreten

Khalilzad hatte ursprünglich geplant, seinen Posten im Mai zu räumen, nachdem Biden angekündigt hatte, dass der Abzug der USA vor dem 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 abgeschlossen sein würde. Er wurde jedoch gebeten, im Amt zu bleiben, und änderte daher seine Pläne.

Als gebürtiger Afghane gelang es Khalilzad zwar nicht, die afghanische Regierung und die Taliban zu einem Abkommen über die Teilung der Macht zu bewegen, aber er handelte im Februar 2020 ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban aus, das schließlich zum Ende des längsten Krieges der USA führte. Das Abkommen diente als Vorlage für den Abzug aller US-Streitkräfte aus Afghanistan durch die US-Regierung, der nach Ansicht vieler Beobachter überstürzt und ohne ausreichende Planung durchgeführt wurde.

Khalilzads Aufgaben übernimmt nun sein Stellvertreter Thomas West. Allerdings werden die USA in dieser Woche keinen Vertreter zu einer von Russland ausgerichteten Afghanistan-Konferenz entsenden, wie das Außenministerium mitteilte. Ein Sprecher nannte logistische Fragen als Grund für den Verzicht auf die Teilnahme.

RND/AP

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