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Taliban versprechen Amnestie und wollen Frauen in der Regierung

  • Die fundamentalistischen Taliban haben angekündigt, dass Mitarbeitenden der afghanischen Regierung Amnestie gewährt werden solle.
  • Sie riefen dazu auf, dass die Angestellten der Behörden zurück an ihre Arbeitsstätten gehen sollen - auch Frauen.
  • Wie die Taliban im Staatsfernsehen ankündigten, sollen auch in der Regierung der Taliban Frauen mitarbeiten.
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Kabul. Die militant-islamistischen Taliban haben eine Amnestie verkündet und Frauen zur Mitarbeit in der Regierung aufgerufen. „Das islamische Emirat will nicht, dass Frauen zu Opfern werden“, versicherte das Mitglied der Kulturkommission der Taliban, Enamullah Samangani, am Dienstag im inzwischen von den Taliban kontrollierten Staatsfernsehen. Sie sollten dem islamischen Recht entsprechend in der Regierung mitarbeiten.

Samangani sagte, wie die künftige Regierung aussehen werde, sei noch nicht ganz klar. Es solle aber eine islamische Führung geben, an der sich alle Seiten beteiligen sollten.

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Die Bundeskanzlerin gab am Montagabend in Berlin bekannt, was die Bundesregierung als Erstes nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan machen will.  © Reuters
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Afghanistan: Frauen fordern Mitspracherechte

Wie lokale Medien berichten (Video) sind im recht wohlhabenden Stadtviertel Kabuls Wazir-Akbar-Khan mehrere Frauen auf die Straßen gegangen. Sie wollen, dass afghanische Frauen nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden. Stattdessen fordern sie politische Teilhabe sowie eine Beteiligung an der Regierung und in der Wirtschaft.

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Taliban soll mit afghanischer Regierung verhandeln

Ein Führungsmitglied der militant-islamistischen Taliban verhandelt offenbar mit Vertretern der gestürzten afghanischen Regierung. Zu den Gesprächspartnern von Amir Chan Muttaki sollen der frühere der frühere Chef des Verhandlungsrates, Abdullah Abdullah und Ex-Präsident Hamid Karsai gehören. Ziel der Taliban-Führung sei es, andere Gruppen in eine von ihnen geführte Regierung einzubinden. Taliban-Sprecher Suhail Schahin hatte von einer umfassenden afghanischen Regierung gesprochen.

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Muttaki war in der 2001 vertriebenen Taliban-Regierung Hochschulminister und hatte der Quelle zufolge bereits Kontakt zu Mitgliedern der vom Westen unterstützten Regierung aufgenommen, bevor deren Präsident Aschraf Ghani ins Ausland floh.

Informierte Afghanen sagten, die Gespräche hätten nach Ghanis Flucht am Wochenende begonnen und bisweilen bis in die Nacht gedauert. Über den Inhalt war nur wenig bekannt.

RND/AP/scs

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