Afghanistan: Gut besuchter Ringkampf zur Gebetszeit – Taliban sprechen Warnung aus

Ein Kämpfer der Taliban (vorne) und eine Gruppe afghanischer Männer nehmen am Freitagsgebet in Kabul teil.

Ein Kämpfer der Taliban (vorne) und eine Gruppe afghanischer Männer nehmen am Freitagsgebet in Kabul teil.

Kabul. Nach außen hin gibt sich die neue Übergangsregierung der Taliban in Afghanistan moderat. Von den barbarischen Auswüchsen ihres ersten Regimes von 1996 bis 2001 ist bislang nichts zu sehen. Dennoch ist unverkennbar, dass nach dem Sturz der vom Westen unterstützten Regierung jetzt Islamisten das Sagen haben – zum Beispiel am Freitagnachmittag auf dem Chaman-e-Husuri, einem staubigen Feld in der Hauptstadt Kabul: Taliban-Vertreter drohten den Organisatoren eines gut besuchten Ringkampfes dort öffentlich, weil der Wettbewerb über die Zeit des Nachmittagsgebets hinaus ging.

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„Dieses Mal kommen wir, um Euch zu warnen“, sagte einer der Taliban. „Nächstes Mal werden unsere Anführer kommen.“ Die Wettkämpfe müssten künftig früher gestoppt werden, damit die Zuschauer beten könnten. Einer der Organisatoren sagte zu, sich an die neue Vorgabe zu halten. Ein Taliban­vertreter kritisierte zudem, die beiden deutschen Reporter, die die Ringkämpfe beobachtet hatten und Zeugen der Zurechtweisung wurden, würden das Bild eines „staubigen Afghanistans“ vermitteln. Der Name Chaman-e-Husuri deutet eigentlich auf Gras hin, tatsächlich ist der ausgedörrte Boden des Feldes von Staub bedeckt.

Vorgehen erinnert an berüchtigte Religionspolizei

Das Vorgehen erinnert an das der berüchtigten Religions­polizei des ersten Taliban­regimes, die Männer verprügelte, die zur Gebetszeit nicht in der Moschee waren. Die Religionspolizei gehörte damals zum Ministerium zur Erhaltung der Tugend und Unterdrückung des Lasters. Dieses Ministerium hat die neue Taliban­regierung wiederbelebt, es ist im Gebäude des ehemaligen Frauenministeriums untergebracht.

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Das Feld, auf dem die Ringkämpfe stattfanden, liegt neben dem Nationalstadion in der afghanischen Hauptstadt. Dort ließen die militant-islamistischen Taliban während ihrer ersten Regierungszeit Menschen vor Publikum hinrichten. Die Taliban hatten Mitte vergangenen Monats wieder die Macht in Kabul übernommen.

RND/dpa

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