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Private Initiative evakuiert elf Deutsche aus Kabul - neun von ihnen sind minderjährig

  • Eine private Initiative hat deutsche Staatsbürger und einen Niederländer aus Afghanistan ausfliegen können.
  • Unter den Passagieren seien neun Minderjährige gewesen.
  • Seit dem Vormarsch der Taliban hat die „Kabul Luftbrücke“ bereits 421 Menschen aus Afghanistan geholt.
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Berlin. Die Initiative „Kabul Luftbrücke“ hat nach eigenen Angaben elf Deutschen und einem Menschen aus den Niederlanden geholfen, Afghanistan zu verlassen. Unter den aus Kabul ausgeflogenen Menschen seien neun Minderjährige, teilten die Aktivisten mit. Die Gruppe sei am Mittwoch mit einer Linienmaschine der afghanischen Fluggesellschaft Kam Air in Islamabad gelandet. Ihr Weiterflug via Katar nach Frankfurt am Main sei für diesen Donnerstag geplant.

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In der afghanischen Hauptstadt Kabul werden Journalisten mit Gewalt daran gehindert, das Geschehen zu dokumentieren.  © AFP

Mithilfe von „Kabul Luftbrücke“ hätten seit dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan insgesamt 421 Menschen aus Afghanistan ausreisen können, teilte die Initiative weiter mit. Die meisten von ihnen seien Afghanen. Insgesamt 59 der Menschen, denen „Kabul Luftbrücke“ geholfen habe, seien auf dem Landweg ausgereist. Die Hürden für eine Ausreise nach Pakistan auf dem Landweg seien allerdings in der Zwischenzeit größer geworden.

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Initiative kritisiert Bund: Kaum Anstrengungen, Menschen zu evakuieren

Mit Blick auf die ehemaligen Ortskräfte deutscher Institutionen und besonders gefährdete Vertreter der Zivilgesellschaft kritisierte die private Initiative: „Die Rettung ist notwendig, da die Bundesregierung zwar Tausende Aufnahmezusagen nach Afghanistan verschickt, jedoch kaum angemessene praktische Anstrengungen unternimmt, um die Menschen zu evakuieren.“

Die Bundesregierung hatte im September mitgeteilt, sie habe rund 2600 gefährdeten Menschen aus Afghanistan und deren Familien eine Zusage für die Aufnahme in Deutschland erteilt. Diese Zusage gelte „unter der Voraussetzung, dass keine Sicherheitsbedenken gegen diese Personen im Raum sind“. Dabei handele es sich unter anderem um Frauenrechtlerinnen, Menschenrechts- und Demokratieaktivisten und Wissenschaftler, die „exponiert gearbeitet haben in enger Zusammenarbeit mit deutschen Ressorts, Behörden oder Organisationen“ und die nun nach der Machtübernahme durch die Taliban „genau durch diese Tätigkeit in Afghanistan gefährdet sind“. Wie viele Ortskräfte mit ihren Angehörigen Deutschland aufnehmen will, ist bislang noch nicht genau bekannt.

RND/dpa

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