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Asylbericht: Moderne Frauen und Militär in Afghanistan besonders gefährdet

  • Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich zuletzt verschlechtert.
  • Dies konstatiert der aktuelle Asyllagebericht des Auswärtigen Amtes.
  • Besonders moderne berufstätige Frauen, Soldaten, Journalisten und Aktivisten seien zunehmend in Gefahr.
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Berlin. Für Soldaten, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und moderne berufstätige Frauen ist das Leben in Afghanistan zuletzt gefährlicher geworden.

Das geht aus dem aktuellen Asyllagebericht des Auswärtigen Amtes zu Afghanistan hervor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag erfuhr. Demnach waren die Verluste der staatlichen Sicherheitskräfte im ersten Quartal dieses Jahres deutlich höher als im Vorjahr, auch durch einen Anstieg von Angriffen aus den eigenen Reihen um mehr als 80 Prozent.

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In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 seien mehr Journalisten, Menschenrechtler und andere Menschen, die öffentlich für ein liberales Afghanistan eingetreten sind, getötet worden, heißt es in dem Bericht weiter. Für Menschen aus diesen Gruppen gebe es im Prinzip landesweit keinen sicheren Ort mehr.

Generell sei es für Zivilisten nach wie vor möglich, in größere Städte auszuweichen. Allerdings habe die Zahl der aus anderen Regionen Vertriebenen und der Rückkehrer - auch aus dem Iran - dort zugenommen.

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Die Ankunft der Binnenvertriebenen in den Städten und die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dort den Angaben zufolge zu höheren Lebenshaltungskosten geführt. Ob ein Afghane in seinem Heimatland bedroht sei, könne jedoch nur unter Berücksichtigung von Konfession, ethnischer Herkunft und anderer individueller Aspekte im Einzelfall beurteilt werden.

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Der Asyllagebericht, der unter anderem dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Hilfe bei der Entscheidung in Asylverfahren und in Abschiebungsfragen dienen soll, wird regelmäßig aktualisiert. Die aktuelle Fassung bildet allerdings den Stand im vergangenen Mai ab - also kurz vor dem Abzug der ausländischen Truppen.

Das kritisieren die Grünen, die einen generellen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan fordern. Da der Bericht die aktuellen Entwicklungen rund um den Abzug der Bundeswehr und der internationalen Truppen nicht abbilde, sei er „für die Einschätzung der Lage völlig unbrauchbar“, erklärten Abgeordnete der Grünen-Bundestagsfraktion.

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Die militant-islamistischen Taliban haben mit Beginn des Nato-Abzugs im Mai mehrere Offensiven gestartet und ihre Kontrolle über weitere Gebiete in Afghanistan ausgeweitet. Zehntausende Menschen sind innerhalb des Landes vor den Gefechten geflohen. Es steigt aber auch die Zahl der Menschen, die in Nachbarländer oder in die Türkei fliehen, zum Beispiel als Zwischenstation nach Europa.

RND/dpa

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