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Menschenrechtler berichten: Frauen in Afghanistan werden von Taliban permanent bedroht

  • Menschenrechtler berichten, dass Frauen und Mädchen in der afghanischen Stadt Herat unter dem Taliban-Regime massiv leiden.
  • Die Taliban würden ein Klima der Angst verbreiten.
  • Vor allem qualifizierte und gesellschaftlich engagierte Frauen und Mädchen würden permanent bedroht.
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Frankfurt a.M., New York. In der afghanischen Stadt Herat leiden Frauen und Mädchen laut Menschenrechtlern massiv unter dem Taliban-Regime. Um die Durchsetzung von Regeln zu erzwingen, verbreiteten die Taliban ein extremes Klima der Angst, erklärten die Organisation Human Rights Watch und das Menschenrechtsinstitut der San Jose State University am Donnerstag (Ortszeit) in New York anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts. Vor allem gut qualifizierte und gesellschaftlich engagierte Frauen und Mädchen würden permanent bedroht. Auch Berichte über bereits verübte Gräueltaten sorgten für Unsicherheit.

Für den Bericht haben Human Rights Watch und das Forschungsinstitut sieben Frauen in der westafghanischen Stadt befragt. Seit der Machtübernahme der Taliban in Herat am 12. August habe sich das Leben der befragten Frauen schlagartig verändert, sagte Halima Kazem-Stojanovic von der San Jose State University. Den Menschenrechtlern zufolge dürfen sich Frauen nur noch in Begleitung eines männlichen Familienangehörigen in der Öffentlichkeit bewegen. Auch das Versammlungsrecht und das Recht der freien Meinungsäußerung seien für Frauen stark eingeschränkt worden. Viele Frauen litten unter wirtschaftlicher Existenzangst, weil sie den Arbeitsplatz verloren hätten oder das Haus nicht mehr verlassen dürften.

Forscherin fordert Einhaltung von Frauenrechten

Die Taliban hatten Mitte August die Macht in ganz Afghanistan übernommen. Die radikalislamische Gruppe hatte zunächst angekündigt, die Rechte von Frauen und Mädchen zu achten, so lange dies in Einklang mit der Scharia, dem islamischen Gesetz, sei. Gleichzeitig gingen die neuen Machthaber wiederholt gegen Demonstrationen von Frauen vor und schließen sie von der höheren Schulbildung aus. Während des Taliban-Regimes in den 1990er Jahren durften Mädchen nicht zur Schule gehen. Afghanischen Frauen war die Arbeit außerhalb des eigenen Hauses untersagt.

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Forscherin Kazem-Stojanovic sagte, die Taliban müssten sicherstellen, dass ihre Äußerungen zur Achtung von Frauenrechten in allen afghanischen Provinzen eingehalten würden. Die Bekenntnisse seien bedeutungslos, wenn Frauen und Mädchen in permanenter Angst vor Übergriffen der Taliban lebten.

RND/epd

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