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Afghanistan: Explosion erschüttert Zentrum von Kabul – Tote und Verletzte

  • Im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul gab es eine Explosion.
  • Lokale Medien berichteten, die Explosion habe sich in der Nähe des Hauses des amtierenden Verteidigungsministers Bismillah Mohammadi ereignet.
  • In sozialen Medien kursiert das Gerücht, Bewaffnete seien in seine Residenz eingedrungen.
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Kabul. In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich am Dienstagabend (Ortszeit) eine Explosion ereignet. Mindestens sechs Personen seien tot und mindestes elf mit Verletzungen zur Behandlung gebracht worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency am Dienstag auf Twitter mit, die ein Krankenhaus im Zentrum Kabuls betreibt. Ziel des Anschlags sei offenbar der amtierende Verteidigungsminister Bismillah Chan Mohammadi gewesen, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Explosion habe sich im Stadtteil Scherpur ereignet, der in der schwer gesicherten sogenannten Grünen Zone der Hauptstadt liegt.

Anschlag auf Haus des Verteidigungsministers in Kabul?

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Ministeriumssprecher Mirwais Stanekzai sagte, anscheinend habe sich der Anschlag gegen das Gästehaus des Verteidigungsministers gerichtet. Der Minister hielt sich nach Angaben seiner Partei zum Zeitpunkt der Explosion nicht im Haus auf. Seine Familie sei in Sicherheit gebracht worden. Einzelheiten des Anschlags wurden nicht bekannt, aber offenbar drangen nach der Explosion bewaffnete Männer in das Gebiet ein. Stanekzai erklärte, die Polizei kontrolliere die Umgebung. Alle Straßen, die zum Haus des Ministers und zum Gästehaus führten, seien gesperrt worden.

Im Anschluss seien mehrere Terroristen in Wohnhäuser vorgedrungen und hätten sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften geliefert, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Spezialkräfte der Polizei führten Operationen vor Ort durch. Bislang seien zwei Terroristen getötet und 30 gefangen genommene Zivilisten gerettet worden. Es gab keine Angaben dazu, um wessen Wohnhäuser es sich handelte.

Lokale Journalisten schrieben auf Twitter, es sei Gewehrfeuer in der Nähe des Explosionsortes zu hören. Es sollen Bewaffnete in das Haus des Verteidigungsministers eingedrungen sein.

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Bilder in sozialen Medien zeigten eine aufsteigende große, weiße Rauchwolke. Im Stadtzentrum waren Sirenen von Rettungsfahrzeugen zu hören. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts mitgeteilt.

Zu der Explosion bekannte sich niemand. Derzeit treiben die Taliban eine Offensive voran, die auch Provinzhauptstädte im Süden und Westen des Landes unter Druck setzt. Die Terrororganisation IS verübte zuletzt Anschläge in Kabul. Bei den meisten Taten blieb der Hintergrund jedoch unklar, während die Regierung und die Taliban sich gegenseitig die Schuld zuwiesen.

RND/dpa/AP

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