Entwicklungshilfe für Afghanistan nur unter strengen Bedingungen

  • Nach der Machtübernahme der Taliban fror die Bundesregierung Entwicklungshilfsgelder an Afghanistan ein.
  • Nun sollten die Zahlungen aber unter strengen Bedingungen wieder aufgenommen werden, denn im Land droht eine Katastrophe.
  • Berlin könnte so Einfluss auf Afghanistan nehmen, kommentiert Alisha Mendgen.
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Bevor die Taliban Kabul erobert haben, war Deutschland das zweitgrößte Geberland für Entwicklungshilfe in Afghanistan. Für 2021 plante die Bundesregierung unter anderem 375 Millionen Euro für Entwicklungshilfe am Hindukusch ein. Doch nachdem die Hauptstadt an die Islamisten gefallen war, setzte das Entwicklungsministerium die Zahlungen zunächst aus.

Zum damaligen Zeitpunkt war das richtig. Die Situation war noch chaotischer als jetzt. Es war unklar, in welche Hände die Gelder, die für Infrastrukturprojekte vorgesehen waren, fließen würden.

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Doch nun sollte Berlin über das weitere Vorgehen nachdenken, die Afghaninnen und Afghanen dürfen auf lange Sicht nicht alleine gelassen werden. Im Land droht eine Katastrophe: Laut Welthungerhilfe benötigt mehr als die Hälfte der Bevölkerung Unterstützung zum Überleben. Die Lebensumstände der Afghanen müssen verbessert werden, auch wenn das Land künftig von Islamisten regiert werden sollte.

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Taliban fordern von Deutschland diplomatische Anerkennung
1:11 min
Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan fordern von Deutschland diplomatische Anerkennung und finanzielle Hilfen.  © AFP

Maas hat richtigen Gedanken

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte den richtigen Gedanken, den Taliban unter Bedingungen Hilfszahlungen in Aussicht zu stellen: Voraussetzung sei demnach eine Regierung, die nicht nur aus Taliban besteht. Menschen- und besonders Frauenrechte sollten gewahrt werden, Afghanistan dürfe nicht zu einem „neuen Hort für Terrorismus“ werden, sagte der SPD-Politiker. Mithilfe dieser Forderungen könnte Berlin versuchen, Einfluss im Land zu nehmen und Menschen zu schützen.

Es wird sich zeigen, ob die Taliban auf den Deal eingehen. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte der „Welt am Sonntag“ jedenfalls: „Wir wollen starke und offizielle diplomatische Beziehungen zu Deutschland.“ Wichtig ist, dass sie etwaige Absprachen dann auch einhalten und das Geld den Menschen zu Gute kommt.

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