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Afghanistan-Einsatz: Letzten Soldaten werden auf Fliegerhorst Wunstorf erwartet

  • Die letzten Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan sollen am Nachmittag in Niedersachsen landen.
  • Aufgrund der Corona-Pandemie soll es keinen großen Empfang geben.
  • Die Linke spricht derweil von einem gescheiterten Einsatz.
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Wunstorf. Die letzten Soldaten des deutschen Afghanistan-Einsatzes sollen am frühen Nachmittag auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf ankommen. Die drei Transportmaschinen vom Typ A400M sind nach einer nächtlichen Zwischenlandung in Georgien gestartet, wie ein Bundeswehr-Sprecher am Mittwoch sagte. Mit Hinweis auf die Corona-Pandemie verzichtet die Bundeswehr auf einen großen Empfang.

Am Vorabend war der Einsatz nach fast 20 Jahren beendet worden. Die Soldaten waren mit vier Militärmaschinen aus dem Feldlager in Masar-i-Scharif im Norden des Landes ausgeflogen worden.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte erklärt: „Ein historisches Kapitel geht zu Ende, ein intensiver Einsatz, der die Bundeswehr gefordert und geprägt hat, bei dem sich die Bundeswehr im Kampf bewährt hat. Ein Einsatz, bei dem Angehörige unserer Streitkräfte an Leib und Seele verletzt wurden, bei dem Menschen ihr Leben verloren haben, bei dem wir Gefallene zu beklagen hatten.“

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Einsatz kostete mehr als zwölf Milliarden Euro

59 deutsche Soldaten verloren in Afghanistan ihr Leben, 35 bei Anschlägen oder in Gefechten. Mehr als zwölf Milliarden Euro kostete der Einsatz. Zuletzt war der Kernauftrag der Nato-Truppe die Ausbildung afghanischer Streitkräfte.

Linke: „Gescheiterter Einsatz“

Die Linke spricht derweil von einem gescheiterten Einsatz. „Gemessen an Zielen wie Stabilität, dem Aufbau eines demokratischen Staates und dem Schutz der Grundrechte kann man den Einsatz nur als gescheitert bezeichnen“, sagte Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Sie sprach angesichts von 59 getöteten Bundeswehrsoldaten, vielen zivilen Opfern und den Milliardenkosten von einer erschütternden Bilanz. Es stelle sich die Frage, ob der Einsatz je geeignet gewesen sei, die genannten Ziele zu erreichen, oder ob es nicht bessere zivile Mittel gegeben hätte. „Und diese Frage stellt sich in meinen Augen für jeden Auslandseinsatz der Bundeswehr.“

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Linksfraktionschef und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl Dietmar Bartsch sagte im RTL/ntv-„Frühstart“: „Es gibt Zehntausende Zivilisten, die tot sind, 59 tote Bundeswehrsoldaten, über 13 Milliarden hat dieser Einsatz gekostet und die Taliban sind wieder da. Also es ist letztlich eine verheerende Bilanz.“

RND/dpa

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