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Nie war eine Spaltung der AfD so wahrscheinlich wie jetzt

  • Alice Weidel und Tino Chrupalla gegen Joana Cotar und Joachim Wundrak – zwei Teams bewerben sich um die AfD-Spitzenkandidatur.
  • Sie repräsentieren jeweils eins der verfeindeten Lager der Partei.
  • Zum Wahlkampfbeginn wird die Zerstrittenheit der AfD offensichtlich – und nach der Wahl könnte es sie zerreißen.
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Berlin. Die AfD, das waren von Anfang an zwei Parteien in einer. Die Nationalisten und die harten Rechtsextremen auf der einen Seite, die Wirtschaftsliberalen und EU-Skeptiker auf der anderen. Was die Partei zusammenhält, sind die Wagenburg-Mentalität gegen das „Establishment“ und die Weigerung, sich in einem Land voller Veränderungen zu Hause zu fühlen.

Und es ist das abschreckende Beispiel derer, die im Streit die Partei verließen und in der politischen Versenkung verschwanden: Bernd Lucke, Frauke Petry, auch André Poggenburg.

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Bundestagswahl: AfD-Vorsitzende Weidel will Spitzenduo mit Chrupalla bilden
0:51 min
Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel will ihre Partei als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf führen.  © dpa
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Zur Bundestagswahl 2017 trat ein Spitzenduo an, das einen perfekten Proporz darstellte – Alexander Gauland, nationaler Senior, zusammen mit Alice Weidel, damals als „Liberale“ wahrgenommen. Heute ist Gaulands Renommée in der Partei schwer angeschlagen, und Weidel hat den gar nicht so weiten Weg ins Lager des Rechtsextremen Björn Höcke und seiner Freunde zurückgelegt.

Tino Chrupalla wurde 2019 Parteichef mit Weidels und Höckes Unterstützung. Der ehrgeizige Malermeister aus der Lausitz wäre auch gerne alleine als Spitzenkandidat angetreten, doch der Parteitag entschied, dass es auch dieses Mal ein Spitzenpaar geben solle. Der andere Parteichef Jörg Meuthen hatte vehement um eine Kompromisslösung geworben, die beide Strömungen einbezieht. Doch Chrupalla ließ Meuthens Favoritin Cotar stehen und entschied sich für Weidel.

Die Meuthen-Gegner Chrupalla und Weidel sind viel bekannter als ihre Konkurrenten aus Meuthens Lager, Joana Cotar und Joachim Wundrak. Eine komfortable Mehrheit garantiert das trotzdem nicht – in großen Teilen der West-AfD gelten Chrupalla und Weidel wegen ihrer Unterstützung für Höcke als unwählbar. Werden sie mit einem knappen Ergebnis gekürt, ist die Zerstrittenheit der Partei zum Wahlkampfbeginn für alle offensichtlich.

Bis zur Bundestagswahl wird es nicht zum Eklat kommen. Doch je schlechter das Ergebnis wird, desto wahrscheinlicher ist, dass es die Partei danach in gegenseitigen Schuldzuweisungen zerreißt.

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