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  • AfD: Streit zwischen den Parteichefs - Meuthen für einvernehmliche Teilung, Chrupalla für Einheit der Partei

AfD-Aufspaltungspläne: Meuthen, der Zocker

  • Die AfD tut weiterhin das, was sie am besten kann: innerparteilichen Streit eskalieren lassen.
  • Wenn es nach altem Muster läuft, wird wieder ein Parteivorsitzender aussteigen.
  • Jörg Meuthens Vorstoß gegen den “Flügel” birgt jedenfalls einigen Sprengstoff.
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Berlin. Mitten in der Coronakrise zerstört sich die AfD selbst. Das stand an dieser Stelle vor zwei Wochen, und der Prozess hat sich seitdem beschleunigt. Der eine Parteichef, Jörg Meuthen, bringt eine “einvernehmliche Teilung” der Partei ins Spiel. Der andere Parteichef, Tino Chrupalla, hat gerade an die “Einheit der Partei” appelliert und zeigt sich nun “überrascht und menschlich enttäuscht” von Meuthen.

Der spricht von überwältigender Zustimmung, die ihn nach seinem Tabubruch erreicht habe. Es wird Viele geben, die wie Meuthen den Höckes der Partei Lebewohl winken wollen. All jenen, die mit dem Nationalen und dem Sozialismus so kokettieren, dass es stark nach Nationalsozialismus riecht.

Den braunen Geruch wegparfümieren

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Diesen Geruch wollten auch schon Bernd Lucke und Frauke Petry wegparfümieren. Wie die Geschichte ausging, ist bekannt. Petry paktierte mit Höcke und entfernte Lucke. Meuthen und Alice Weidel paktierten mit Höcke, bis Petry ging. Weidel und Höcke, dazu der neue Ko-Chef Tino Chrupalla und der Ehren-Senior Alexander Gauland stehen nun scharf gegen Meuthens Teilungspläne. Auch Meuthens Verbündete Beatrix von Storch, mit einem feinen Gespür fürs politische Überleben ausgestattet, lehnt seine tollkühne Idee ab.

Wiederholt sich die Geschichte ein weiteres Mal? Meuthen sieht sich fest im Sattel und plant keinen Absprung. Aber er hat ehrgeizige Pläne, will vom entfernten Brüssel kommendes Jahr in den Bundestag wechseln - natürlich nicht als Hinterbänkler. Und er will die AfD zum unverzichtbaren Gesprächspartner für die CDU machen, quasi eine Rechts-FDP, die sich vom Schmuddel befreit hat.

Der Schmuddel ist das Geschäftsmodell

Doch der Schmuddel ist das Geschäftsmodell der AfD. Ihre zehn Prozent Stimmen-Plateau erhält sie als Fundamentalopposition gegen die Parteien der Mitte. Eine Mitte, die in der Krise zurzeit stärker ist denn je.

Meuthen ist im parteiinternen Pokerspiel “all in” gegangen. Er mag noch kein Vorsitzender auf Abruf sein. Aber er gilt jetzt als verzweifelter Zocker.

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