• Startseite
  • Politik
  • AfD-Politiker mit mutmaßlich gefälschtem Attest? Polizei ermittelt

Mutmaßlich gefälschtes Attest: Polizei ermittelt gegen AfD-Politiker

  • Am Rande einer Demonstration in Berlin in der vergangenen Woche war der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse mit der Polizei aneinandergeraten.
  • Er war kurzzeitig festgenommen worden.
  • Nun ermittelt die Polizei gegen den Politiker – sie wirft ihm gleich zwei Dinge vor.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Nach einer Konfrontation in der Nähe einer Demonstration von Corona-Leugnern in Berlin vergangene Woche ermittelt die Polizei gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtet, wird dem Politiker die Fälschung von Gesundheitszeugnissen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Er soll ein gefälschtes Attest gegen die Maskenpflicht vorgeziegt haben.

Hilse war am vorigen Mittwoch in der Nähe einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kurzzeitig festgenommen worden, nachdem er gegen die Maskenpflicht verstoßen hatte. Dabei wurde der AfD-Politiker von Polizisten zu Boden gebracht.

Angaben der Polizei zufolge soll er Widerstand gegen seine Festnahme geleistet haben. Die Einsatzleitung schrieb auf Twitter, der von den Beamten auf den fehlenden Mund-Nasen-Schutz angesprochene Mann habe sich „unkooperativ“ verhalten und als Abgeordneter ausgewiesen. Er „soll anschließend seinen Begleiter zum Filmen aufgefordert und dann Widerstand geleistet haben“, schrieb die Polizei weiter.

Anzeige

Der AfD-Politiker sagte, er habe zwar ein ärztliches Attest bei sich getragen, das ihn von der Maskenpflicht entbinde. Die Polizei habe jedoch moniert, dass darin keine konkrete Krankheit aufgeführt sei. Als er dann ein Video habe machen wollen, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

Anzeige

Hilse sagte, er finde es „absurd“, wenn wegen einer Ordnungswidrigkeit so reagiert werde. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Alexander Gauland, solidarisierte sich mit ihm. Er sagte: „Wenn Abgeordnete von der Polizei zu Boden geworfen werden, dann muss man fragen: Wo sind wir eigentlich angekommen in diesem Land?“

Am vergangenen Mittwoch waren am Brandenburger Tor Tausende Menschen gegen Änderungen am Infektionsschutzgesetz auf die Straße gegangen. Viele Demonstranten verstießen dabei gegen die Auflagen, etwa indem weder Maske getragen noch Abstand gehalten wurde. Die Polizei löste die Demonstration daraufhin auf. Viele kamen der Anordnung jedoch nicht nach. Die Beamten setzten unter anderem Wasserwerfer ein. Am Rande der Proteste waren auf Einladung von drei AfD-Bundestagsabgeordneten zudem Störer ins Reichstagsgebäude gelangt und belästigten und bedrängten etwa Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und FDP-Politiker Konstantin Kuhle.

RND/cz/dpa


  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen