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AfD-Mitglieder sollen bis Juni Spitzenduo für Bundestagswahl küren

  • Die AfD einigt sich auf ein Prozedere für ihre Spitzenkandidatenkür.
  • Die Mitglieder stimmen über Kandidierendenpaare ab, eine Stichwahl ist möglich.
  • Wer mit- und gegeneinander antritt, ist immer noch unklar.
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Berlin. Die 32.000 Parteimitglieder der AfD sollen bis Anfang Juni in einer Online-Umfrage ein Spitzenduo für die Bundestagswahl küren. Das beschloss der Bundesvorstand nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) am Freitagabend.

Nur Kandidaturen von Spitzenpaaren werden zugelassen. Vom 30. April bis 5. Mai können diese sich auf einer parteiinternen Website („Spitzenduo21“) registrieren. Am 10. Mai werden die Duos vorgestellt. Die Mitglieder können dann bis zum 25. Mai online abstimmen. Sollte kein Paar mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten, ist eine Stichwahl nötig. Spätestens am 2. Juni – und damit noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni – ist das Duo gewählt.

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Wer kandidiert, ist völlig unklar. Fest steht nur, dass Parteichef Tino Chrupalla als Spitzenkandidat bereitsteht. Co-Chef Jörg Meuthen, der selbst nicht für die Bundestagswahl antritt, hatte vehement für ein strömungsübergreifendes Duo aus Chrupalla und der hessischen Bundestagsabgeordneten Joana Cotar geworben. Diese Option ist noch nicht ganz vom Tisch. Ebenso möglich ist, dass die konkurrierenden Strömungen der Partei zwei Paare ins Rennen schicken und es zu einer knappen Abstimmung kommt.

Chrupalla wird der sozial-nationalistischen Strömung zugerechnet, die besonders im Osten stark ist. Cotar gehört zu Meuthens konservativ-wirtschaftsliberalen Truppen.

Auch die AfD, die eigentlich allen Quotenregelungen abhold ist, hat eine stillschweigende Proporzübereinkunft. Chrupalla, dem Mann aus dem Osten, müsste demnach eine Frau aus dem Westen zur Seite stehen. Das könnte auch Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel sein, aber auch sie gehört inzwischen zum Rechtsaußen-Flügel.

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In den vergangenen Tagen warben beide Seiten zudem um den Berliner Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio. Der ist an der Basis beliebt, weil er eine scharfe Rede gegen Einwanderung und Islam halten kann. Er gilt als Einzelgänger und wird keiner Strömung zugerechnet.

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