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Chrupalla, Gauland, Höcke: AfD-Größen gegen Meuthens Teilungspläne

  • Der AfD-Chef will die Partei teilen - in eine marktliberale und eine national-sozialen Richtung.
  • Doch Jörg Meuthens Vorschlag trifft auf ungeteilte Ablehnung bei den Parteigrößen.
  • Er bleibt dennoch bei seinem Tabubruch - und sieht sich unangefochten im Sattel.
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Berlin. Die beiden AfD-Chefs zerstreiten sich öffentlich über den Kurs der Partei. Nach dem Vorschlag des einen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen, über eine mögliche Teilung der Partei zu sprechen, zeigt sich sein Ko-Chef Tino Chrupalla jetzt über den unabgesprochenen Vorstoß “einigermaßen überrascht - und menschlich enttäuscht”. Das sagte Chrupalla am Donnerstag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Die Einheit der Partei stand nie zur Debatte und sie wird niemals zur Debatte stehen”, sagte Chrupalla weiter.

Unterstützung erhielt er vom AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland: „Die Überlegungen von Jörg Meuthen sind wenig zielführend und extrem unpolitisch“, kritisierte Gauland, der auch der AfD-Bundestagsfraktion vorsteht. ist.

Meuthen will Entscheidung bis Jahresende

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Das militärische Motto „getrennt marschieren, vereint schlagen“ setze eine einheitliche Führung voraus, und genau die wolle Meuthen jetzt beseitigen. Zwei Parteien würden sich im Gegeneinander aufreiben, statt sich im Miteinander zu stärken, warnte Gauland seine Parteifreunde.

Meuthen bleibt bei seinem Vorschlag einer geplanten Teilung der Partei und wünscht sich eine Entscheidung in den kommenden neun Monaten. „Wir sollten in Ruhe darüber diskutieren, aber dann auch bis Ende des Jahres zu einer Entscheidung kommen“, sagte er am Donnerstag.

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AfD-"Flügel" wird beobachtet
1:41 min
Der Verfassungsschutz hält die Gruppierung um Björn Höcke für rechtsextrem.  © Jan Sternberg/Reuters

Der Parteichef argumentiert hauptsächlich wirtschafts- und sozialpolitisch. Die Gegensätze zwischen einem „freiheitlich-konservativen“ Lager, zu dem sich Meuthen zählt, und der eher staatsorientieren und völkischen „sozialpatriotischen“ Strömung des früheren “Flügels” seien nicht zu überbrücken. “Der sogenannte sozialpatriotische Kurs des Flügels kann niemals Kurs der Gesamtpartei sein”, sagte Meuthen dem RND.

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„Nach meiner Einschätzung sind beide Gruppierungen in der Partei eindeutig stark genug, eigenständig bestehen zu können, zumal dies erhebliche zusätzliche Wählergruppen anders als bisher erreichbar machte“, legte Meuthen am Donnerstag auf seiner Facebookseite nach. “Ich möchte eine strategische Diskussion ohne Denkverbote und sinnlose Tabus”, schrieb Meuthen.

Höcke nennt Meuthen “töricht und verantwortungslos”

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Der Wortführer der national-sozialen Strömung der Partei, Björn Höcke, nannte Meuthens Idee auf Facebook “töricht und verantwortungslos”. Er forderte, dass sich die AfD vor allem an Arbeiter, Angestellte und “kleine Selbständige” richten solle, “die die ersten Opfer der Globalisierungspolitik des Establishments sein werden”.

Der Verfassungsschutz hatte den von Höcke gegründeten „Flügel“ im März als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Der Bundesvorstand der Partei hatte den informellen Zusammenschluss daraufhin zur Selbstauflösung aufgefordert. Kalbitz und Höcke kamen dieser Aufforderung nach.

Der Flügel habe die “Schotten nach rechtsaußen” nicht geschlossen

Meuthen reicht das nicht. “Der Flügel hat den Fehler gemacht, die Schotten nach rechtsaußen nicht zu schließen”, sagte er dem RND. Er selbst habe dessen laut Verfassungsschutz rechtsextremistische Bestrebungen erst nach und nach erkannt. So trat Meuthen noch 2017 auf dem “Kyffhäusertreffen” des “Flügels” auf. “Ich habe meine Meinung zum “Flügel” durch sehr sorgsame Beobachtung schrittweise geändert", sagte er dem RND.

Meuthen besteht darauf, viel Zustimmung für seine Idee zu erhalten. Auftrieb kann ihm eine Insa-Umfrage der rechtsnationalen Zeitschrift “Junge Freiheit” geben, nach der 68 Prozent der AfD-Sympathisanten eine stärkere Abgrenzung vom rechten Rand begrüßen würden. Doch selbst seine engen Verbündeten lehnen die Teilungs-Idee ab. So schrieb AfD-Bundesvize Beatrix von Storch auf Twitter: “Ich halte NICHTS von diesen Gedankenspielen.”


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