AfD-Fraktionschefin Weidel findet Fridays for Future beängstigend

  • In ihrer Rede beim neurechten Institut für Staatspolitik von Götz Kubitschek zeigt sich Weidel äußerst beeindruckt von den Klimastreik-Massendemonstrationen.
  • Für die Versuche der AfD, auf die Straße zu gehen, hat sie deutliche Kritik übrig.
  • Sie verrät ihre Strategie: „Die Herausforderung ist, nach den Regeln zu spielen.“
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Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag nennt die Massendemonstrationen von Fridays for Future und Greta Thunberg „beängstigend“. In ihrer Rede vor dem neurechten Institut für Staatspolitik in Schnellroda sagte Weidel: „Ich habe die Videos gesehen von Fridays for Future vor dem Brandenburger Tor. Das ist wirklich unglaublich, diese Kampagnenfähigkeit, was da auf uns zurollt!"

Weidel fuhr in scharfem Ton fort: „Die Power dieser kumulierten Dummheit ist beängstigend.“ Die AfD-Frontfrau kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür, dass sie sich bei der Vorstellung des Klimapakets auf die schwedische Aktivistin Greta Thunberg bezogen hat. Das Klimapaket selbst geißelte Weidel als „Abwicklung der Bundesrepublik Deutschland als Wirtschaftsstandort“.

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Greta Thunberg, die Anführerin einer weltweiten Klimabewegung
1:39 min
Was treibt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg an, die für ihren Einsatz international anerkannt und gefeiert wird?  © AFP
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Die Rede im Institut des neurechten Verlegers Götz Kubitschek hielt Weidel am vergangenen Freitag hinter geschlossenen Türen einer Sommerakademie vor geladenen Gästen, darunter auch Kadern der Identitären Bewegung. Die Rede ist jetzt online verfügbar.

Weidels Ziel war anscheinend, im rechten Aktivistenmilieu um Unterstützung für einen parlamentarischen Kurs der AfD zu werben und vor allzu radikalen Äußerungen zu warnen. „Die Herausforderung ist, nach den Regeln zu spielen, um sich nicht zu diskreditieren“, sagte sie. „Krawall schlagen führt zu nichts.“ Sie warnte auch: „Wer das System abschaffen will, ist in einer Parlamentspartei fehl am Platze.“

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Wie bereits Kubitschek vor einem Jahr kritisierte Weidel auch die Aufrufe der AfD zu eigenen Demonstrationen, insbesondere den „Trauermarsch“ am 1. September 2018 nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. in Chemnitz. „Großdemonstrationen und die Mobilisierung der Straße passen ebenfalls schlecht zu diesem Weg. Das haben die Trauermärsche in Chemnitz gezeigt.“ Auf der Straße könne man „von anderen unterwandert und instrumentalisiert werden“. Demonstrationsteilnehmer könnten „schlechte Bilder produzieren und uns in ein schlechtes Licht rücken“.

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Offen sprach Weidel in Schnellroda über den Dauerkonflikt um einen Bundestags-Vizepräsidentenposten für die AfD. „Ich kann Ihnen prophezeien, in dieser Legislaturperiode wird die AfD leider keine Bundestagsvizepräsidenten stellen“, sagte sie. Am Donnerstag war der vierte AfD-Kandidat Paul Podolay gescheitert. 214 der Abgeordneten stimmten für Podolay, 397 dagegen. Notwendig wäre eine Mehrheit von 355 Stimmen gewesen.

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Weidel hatte ihren Auftritt in Schnellroda öffentlich verteidigt. Das Institut für Staatspolitik sei „eine wichtige Vorfeldorganisation für die AfD“.