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  • AfD: Alice Weidel und Tino Chrupalla als Spitzenduo für Bundestagswahl gewählt

Mitglieder haben abgestimmt: Weidel und Chrupalla führen AfD in den Bundestags­wahlkampf

  • In einer Mitglieder­umfrage setzen sich die Bundestags­fraktions­vorsitzende und der Parteichef durch.
  • Joana Cotar und Joachim Wundrak erhielten als Außenseiter ein achtbares Ergebnis.
  • Verlierer ist auch der andere Parteichef Jörg Meuthen, der sich offen gegen Weidel und Chrupalla ausgesprochen hatte.
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Berlin. Als letzte der im Bundestag vertretenen Parteien hat die AfD ihre Spitzenkräfte für die Bundestagswahl gekürt. In einer Mitgliederumfrage setzten sich Alice Weidel und Tino Chrupalla gegen ihre Herausforderer Joana Cotar und Joachim Wundrak durch. Die Bundestags­fraktions­vorsitzende Alice Weidel und Parteichef Tino Chrupalla führen nun die AfD in den Bundestags­wahlkampf 2021.

Der AfD-Parteitag hatte entschieden, dass nur Kandidierenden­duos antreten durften. 14.815 Mitglieder nahmen teil, knapp die Hälfte der AfD-Mitglieder. Für Weidel/Chrupalla stimmten 71,03 Prozent, für das konkurrierende Paar stimmten 27,04 Prozent, 1,93 Prozent lehnten beide Duos ab.

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Bundestagswahl: AfD-Vorsitzende Weidel will Spitzenduo mit Chrupalla bilden
0:51 min
Die AfD-Fraktions­vorsitzende Alice Weidel will ihre Partei als Spitzenkandidatin in den Bundestags­wahlkampf führen.  © dpa
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Cotar, digitalpolitische Sprecherin der AfD-Bundestags­fraktion, und Wundrak, pensionierter Bundeswehr-General­leutnant, hatten damit geworben, „frischen Wind“ und „neue Gesichter“ in die Fraktion zu bringen. Ihre Unterstützer betonten die Altlasten bei der Konkurrenz: Weidels Spendenaffären seien noch nicht ausgestanden, kritisierten nach RND-Informationen mehrere Delegierte beim AfD-Bundeskonvent in Thüringen.

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Co-Parteichef Jörg Meuthen, der selbst nicht für den Bundestag antritt, hatte offen für Cotar und Wundrak geworben, „weil sie freiheitlich-konservativ sind“. Vor dem Dresdner Parteitag Anfang April hatte sich Meuthen zunächst vehement für ein lager­über­greifendes Duo aus Cotar und Chrupalla („CC Top“) ausgesprochen. Das scheiterte an der Zurückhaltung Chrupallas, der auch mit einer Solokandidatur liebäugelte und sich schließlich für seine Vertraute Weidel entschied.

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Für Meuthen ist die Entscheidung eine Niederlage

Damit traten zwei Duos aus zwei Lagern gegeneinander an. Chrupalla und Weidel zählen im Bundes­vorstand zu den Gegnern Meuthens und werden von der völkisch-nationalen Strömung um den Thüringer Björn Höcke unterstützt.

Für Meuthen ist die Entscheidung eine Niederlage, für die Rechtsextremen ein Sieg. An der Basis zählte vor allem Bekanntheit und Medienpräsenz, da konnten Weidel und Chrupalla ihren Vorsprung ausspielen. Chrupalla wertete das Ergebnis als Votum für einen „gemeinsamen Kurs der Partei in Ost und West“ und ein „Ende der inner­parteilichen Richtungs­debatte“. Es sei nun Zeit, „die Reihen zu schließen“. Weidel sagte, das deutliche Ergebnis „spricht für sich“.

Meuthen dankte Cotar und Wundrak „dafür, dass sie durch ihre engagierte Kandidatur unseren Mitgliedern eine echte Wahlmöglichkeit eröffnet haben, die offenbar sehr viele positiv angesprochen hat“. Die Unterlegenen bei der Wahl erklärten, Weidel und Chrupalla im Wahlkampf „tatkräftig unterstützen“ zu wollen.

Der sächsische AfD-Bundestags­abgeordnete Siegbert Droese fordert den Rücktritt Meuthens: „Meuthen scheint schon seit geraumer Zeit das Gefühl für unsere Partei verloren zu haben“, sagte er. Er müsse sich nun fragen, ob er noch der richtige Parteivorsitzende an der Seite Chrupallas sei.

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