AfD-Abgeordnete Hartmann verlässt Fraktion und Partei

  • Seit der Bundestagswahl 2017 haben bereits vier Abgeordnete der AfD-Fraktion den Rücken gekehrt.
  • Nun kommt eine weitere dazu.
  • Die sächsische Abgeordnete Verena Hartmann verlässt sowohl Partei als auch Fraktion.
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Berlin. Die AfD-Bundestagsfraktion verliert ein weiteres Mitglied. Die sächsische Abgeordnete Verena Hartmann teilte der Fraktionsspitze am Montag schriftlich mit, sie wolle Fraktion und Partei mit sofortiger Wirkung verlassen. „Mein Mandat bleibt davon unberührt. Ich werde meine Arbeit und damit laufende Projekte als fraktionsloses Mitglied im Deutschen Bundestag fortsetzen“, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Eine Begründung für ihren Austritt gab Hartmann in ihrem Brief nicht an.

Ein Fraktionssprecher bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den Austritt und gab „persönliche Gründe“ für den Schritt an.

Hartmann ist ehemalige Polizistin. Vor ihrem Wechsel in die Politik arbeitete sie unter anderem im Bereich Kommunikation. Sie gehörte im vergangenen Sommer zu den Unterzeichnern eines Appells, in dem der Stil des rechtsnationalen „Flügels“ kritisiert wird. Mit Blick auf den „Flügel“-Gründer und Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke heißt es in dem Appell: „Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei.“

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Die AfD hat damit im Bundestag nur noch 89 Abgeordnete. Insgesamt haben mit Hartmann seit der Bundestagswahl 2017 fünf Abgeordnete der Fraktion den Rücken gekehrt – die erste war die Ex-Parteichefin Frauke Petry. Im Dezember hatte der frühere Polizist Lars Herrmann seinen Austritt erklärt. Auch er hatte Kritik am „Flügel“ geübt und stammt wie Hartmann aus Sachsen.

Hartmann war zu Beginn der Legislaturperiode mit dem sächsischen Bundestagsabgeordneten Jens Maier aneinandergeraten. Der frühere Richter, der sich dem „Flügel“ verbunden fühlt, hatte ihr in einer Sitzung gedroht: „Wir machen dich fertig!“ Hartmann berichtete zudem von negativen Reaktionen auf ihre AfD-Mitgliedschaft, mit denen sie im privaten Umfeld konfrontiert gewesen sei. Sie sagte damals: „Die Diskriminierung in der Gesellschaft, das muss man aushalten können.“

RND/dpa/jps

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