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UN ist „schockiert“: Äthiopien verweist sieben Mitarbeiter des Landes

  • Äthiopien hat sieben UN-Mitarbeiter des Landes verwiesen.
  • Die Mitarbeiter sollen sich in interne Angelegenheiten des Landes eingemischt haben und müssen Äthiopien daher innerhalb von drei Tagen verlassen.
  • Die Vereinten Nationen zeigt sich schockiert.
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Addis Abbeba/New York. Äthiopien hat sieben Mitarbeiter humanitärer UN-Organisationen des Landes verwiesen. Sie hätten sich in interne Angelegenheiten des Landes eingemischt und müssten innerhalb von 72 Stunden ausreisen, teilte das Außenministerium Äthiopiens am Donnerstag mit.

UN-Generalsekretär António Guterres reagierte „schockiert“. Er habe vollstes Vertrauen in die UN-Mitarbeiter in Äthiopien, sagte der UN-Chef am Donnerstag in New York laut Mitteilung. Man versuche die Regierung Äthiopiens dazu zu bewegen, die UN-Mitarbeiter im Land bleiben und „ihre wichtige Arbeit fortsetzen“ zu lassen.

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USA kritisieren das Vorgehen Äthiopiens

Auch die US-Regierung verurteilte das „beispiellose Vorgehen“ der äthiopischen Regierung. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Donnerstag, US-Präsident Joe Biden werde nicht davor zurückschrecken, Sanktionen gegen Personen zu verhängen, die humanitäre Hilfe behinderten.

Die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte im November 2020 eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der Region Tigray im Norden Äthiopiens an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Regierung in Addis Abeba. Inzwischen sind weitere Akteure beteiligt, darunter eritreische Truppen und Milizen.

UN-Koordinator kritisiert Blockade humanitärer Hilfe

Anfang September hatte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfen in Äthiopien Abiys Regierung vorgeworfen, humanitäre Hilfen in Tigray zu blockieren. Impfungen seien nicht möglich und es drohe eine schwere Hungerkrise. Nach UN-Angaben sind mehr als 5,2 Millionen Menschen im Norden des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 400 000 sind vom Hungertod bedroht. Die TPLF beschuldigte die Regierung des Völkermords, während Abiy der Organisation vorwirft, einen ethnisch-motivierten Konflikt angezettelt zu haben.

RND/dpa

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