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Ärztepräsident Reinhardt: Ab Herbst keine kostenlosen Corona-Tests für Impfunwillige

  • Der Chef der Bundesärzte­kammer, Klaus Reinhardt, begrüßt das Vorgehen Frankreichs.
  • Es könne nicht sein, dass die Gemeinschaft für den Impfunwillen Einzelner aufkommen müsse, argumentiert er.
  • Nach seiner Ansicht sollte es immer mehr Nachteile für Ungeimpfte geben.
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Berlin. In der Debatte um Impfanreize hat sich Ärztepräsident Klaus Reinhardt dafür ausgesprochen, Ungeimpften ab Herbst keine kostenlosen Corona-Tests mehr anzubieten.

„Wenn bis zum Ende des Sommers alle die Chance für eine vollständige Impfung bekommen haben, ist es angemessen, dass Ungeimpfte Schnell- oder PCR-Tests selbst bezahlen müssen, wenn sie in den Urlaub fahren, ins Restaurant oder ins Kino gehen wollen“, sagte Reinhardt dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

„Es darf eben am Ende nicht so sein, dass die Gemeinschaft für den Impfunwillen Einzelner aufkommen muss“, betonte er. Die Politik sollte schon jetzt klarstellen, „dass es auf Dauer immer mehr Nachteile für Ungeimpfte geben wird“, so der Ärztepräsident.

„Benötigen Aufklärungs­kampagne zum Impfen in allen Medien“

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Reinhardt plädierte zudem dafür, die Informations­kampagne der Bundesregierung für Corona-Impfungen auszuweiten. „Wir benötigen eine umfassende Aufklärungs­kampagne zum Impfen in allen Medien, in der gezielt Vorurteile und Falsch­behauptungen aufgegriffen und richtiggestellt werden“, fordert er.

Um zu verhindern, dass Impfunwillige auf Tests ausweichen, werden in Frankreich ab Oktober Tests kostenpflichtig, wenn sie nicht medizinisch verschrieben sind. Bayerns Minister­präsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch gesagt, dieser Weg könne teilweise auch für Deutschland spannend sein.

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„Testen kostet enorme Summen“, sagte er. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten. Ähnlich hatte sich Gesundheits­minister Jens Spahn (CDU) geäußert.

„Einsatz von Filteranlagen darf keine Voraussetzung für Präsenz­unterricht sein“

Der Ärzte­präsident warnte zudem davor, den Einsatz von Luftfiltern in Schulen zur Bedingung für den Präsenz­unterricht zu machen. Die Förder­programme von Bund und Ländern für den Einsatz von qualitativ hochwertigen Luftfilter­anlagen seien zwar sinnvoll, sagte er. „Der Einsatz solcher Filter­anlagen darf aber keine Voraus­setzung für den Präsenz­unterricht sein“, betonte Reinhardt. „Regelmäßiges Stoßlüften hat eine ähnliche Wirkung. Wenn die Anlagen nicht ordnungs­gemäß gewartet werden, können sie sogar zum Problem werden“, mahnte er.

„Wir müssen alles dafür tun, dass die Schulen nach den Sommerferien mit dem vollen Präsenz­unterricht starten können“, fügte Reinhardt hinzu. „Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung einen geregelten Schulbetrieb mit sozialen Kontakten“, sagte der Ärzte­präsident.

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