• Startseite
  • Politik
  • Ärztekammer-Chef: Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern sind unzureichend

Ärztekammer-Chef: Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern sind unzureichend

  • Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse im Kampf gegen die Pandemie als unzureichend kritisiert.
  • Es seien weitere Maßnahmen notwendig, um das Gesundheitswesen nicht zu überlasten.
  • Nach Ansicht von Reinhardt sollte eine 2G-Plus-Regel zur Maßgabe werden – auch müssten die Vorgaben stärker kontrolliert werden.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Bekämpfung des Coronavirus als unzureichend kritisiert. „Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten – dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt.

Bund-Länder-Runde beschließt flächendeckend 2G

Anzeige

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden.

Video
Merkel verkündet harte Einschnitte für Ungeimpfte
1:05 min
Als Reaktion auf die hohen Corona-Infektionszahlen haben die Spitzen von Bund und Ländern bundesweite weitreichende Einschränkungen für Ungeimpfte beschlossen.  © AFP

Für überregionale Sport-, Kultur- und andere Großveranstaltungen kommen Zuschauer-Begrenzungen. Genutzt werden dürfen nur bis 50 Prozent der Kapazität – innen sind maximal 5.000 Zuschauer erlaubt, im Freien 15.000. Zugang haben nur Geimpfte und Genesene (2G) mit medizinischer Maske, vorgeschrieben werden können auch extra Tests (2G plus).

Reinhardt für Geisterspiele im Fußball

Anzeige

Reinhardt reicht aber auch die Zuschauerbegrenzung etwa für Fußballspiele auf maximal 15.000 nicht. „Großveranstaltungen, auch im Freien, sollten entweder ganz untersagt oder nur ohne Zuschauerbeteiligung erlaubt werden“, sagte er und plädierte damit für sogenannte Geisterspiele.

Er begrüßte die Pläne zur Einführung einer Impfpflicht. „Wir hätten alle lieber auf eine allgemeine Impfpflicht verzichtet. Mittlerweile sehen wir aber, dass sie das einzige Mittel ist, um aus der Lockdown-Endlosschleife herauszukommen.“ Bund und Länder gehen davon aus, dass diese ab Februar kommen könnte. Der Ethikrat soll bis Jahresende eine Empfehlung dafür erarbeiten.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen