Acht Tote bei Terroranschlag in Kenia

  • Erneut gerät der ostafrikanische Staat ins Fadenkreuz islamischer Terroristen.
  • Kenias Regierung macht die somalische Terrorgruppe Al-Shabaab für die Attacke auf einen Bus verantwortlich.
  • Die Sicherheitslage auf dem Kontinent steht im Mittelpunkt der Afrikareise von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Redaktion RND
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Nairobi. Mutmaßlich islamische Terroristen haben im Norden Kenias einen Bus angegriffen und acht Menschen getötet, darunter auch Polizisten. Die Regierung des Landes machte am Samstag Mitglieder der somalischen Terrorgruppe Al-Shabaab für die Attacke vom Freitag im Bezirk Wajir verantwortlich.

Der Bus war auf der Fahrt in die Stadt Mandera an der Grenze zu Äthiopien, als er in einen Hinterhalt geriet. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

In Wajir haben Bewaffnete mit Verbindung zu Al-Shabaab in jüngerer Zeit verstärkt Terroranschläge verübt. Al-Shabaab ihrerseits unterhält Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen seit Jahren in Somalia um die Vorherrschaft und verüben dort immer wieder Angriffe.

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Von der Leyen besucht Afrika

Die Sicherheit auf dem afrikanischen Kontinent steht im Fokus des ersten Afrikabesuchs von Ursula von der Leyen im Amt der neuen EU-Kommissionspräsidentin. EU und Afrikanische Union (AU) könnten gemeinsam einen Beitrag zu mehr Sicherheit und weniger ungeregelter Migration leisten.

„Zusammen können wir Lösungen aufbauen und finden, die für Afrika und Europa gleichermaßen funktionieren“, sagte von der Leyen am Samstag bei einem Besuch bei AU-Kommissionschef Moussa Faki in Addis Abeba.

Schon für Februar sei eine gemeinsame Sitzung der Führungsgremien beider Organisationen geplant und für Ende 2020 ein EU-Afrika-Gipfel in Brüssel. Im Sinne einer Partnerschaft auf Augenhöhe sei sie nicht mit einem Plan für Afrika gekommen, sondern um zuzuhören, sagte von der Leyen.

Beim Topthema Klimaschutz habe Afrika ganz eigene Erfahrungen mit wachsenden Wüsten, häufigeren Überschwemmungen und heftigeren Stürmen. Partner sei Afrika auch bei der Digitalisierung. Überall auf dem Kontinent entstünden Technikzentren, doch verlangten junge Leute mehr Investitionen und eine bessere Ausbildung.

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AU-Kommissionschef Faki würdigte, dass die erst seit knapp einer Woche amtierende Chefin der Europäischen Kommission Afrika für ihre erste Dienstreise außerhalb Europas gewählt hat. Bei Sicherheit und Stabilität und im Kampf gegen Terror und Kriminalität habe man bereits eine enge und vielschichtige Kooperation, sagte Faki.

Bei einem Treffen mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten und diesjährigen Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed lobte von der Leyen dessen Aussöhnung mit dem Nachbarstaat Eritrea als mutigen Schritt. „Äthiopien hat dem ganzen Kontinent Hoffnung gegeben“, sagte die Kommissionschefin.

Abiy sagte, eine enge Partnerschaft mit Afrika sei „das Richtige für Europa“. Als junger Regierungschef habe er hohe Ambitionen für sein Land, fügte der 43-Jährige hinzu und verwies auf Programme zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Abbau der Arbeitslosigkeit. Die EU sagte frische Finanzhilfen in Höhe von 170 Millionen Euro zu.