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Proteste in vielen Städten

Nach Abtreibungsurteil: Amerika im Ausnahmezustand

Gegner des Abtreibungsverbots gingen in der texanischen Hauptstadt Austin auf die Straße, schrien ihre Wut heraus.

Nach dem historischen urteil des Obersten Gerichts der USA, das Grundsatzurteil Roe v. Wade, welches Frauen landesweit fast 50 Jahre lang das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche garantierte, zu kippen, scheint in der US-Öffentlichkeit Ausnahmezustand zu herrschen.

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In Phoenix demonstrierten mehrere Tausend Menschen. Die Polizei feuerte aus dem Kapitol der Hauptstadt von Arizona Tränengas auf Hunderte Demonstranten ab, während die Abgeordneten zeitweise in einem Kellerraum Schutz suchten. Die Teilnehmer der Protestaktion teilten sich auf in Gruppen, die das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom Freitag ablehnten und unterstützten.

Schläge gegen Glastüren

Der Fernsehsender KPHO-TV berichtete, Abtreibungsgegner hätten gegen die Glastüren des Gebäudes geschlagen. Daraufhin habe die Polizei Tränengas abgefeuert mit dem Ziel, die Demonstranten zu vertreiben. Es war nicht klar, ob Menschen verletzt wurden oder Verdächtige festgenommen wurden. Die Abgeordneten des Senats von Arizona hätten etwa 20 Minuten im Keller des Gebäudes gewartet, sagte der demokratische Senator Martin Quezada. Wegen der Auswirkungen des Tränengases konnte der Senat den Plenarsaal für seine Beratungen nicht mehr nutzen und musste in einen anderen Raum ausweichen.

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Noch am Freitag hatten Tausende Menschen ihre Wut auf die Straßen der Hauptstadt Washington, New Yorks, Austins, Denvers und Philadelphias getragen .

In New York demonstrierten allein im Washington Square Park in Manhattan mindestens 1000 Menschen für das Recht auf Abtreibung. Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie „Mein Vergewaltiger hat mehr Rechte als ich“ in die Höhe und skandierten Slogans wie etwa „Abtreibung ist ein Menschenrecht“.

Arkansas, Kentucky und Louisiana reagierten bereits

Die einzelnen Bundesstaaten entscheiden künftig selbst über ein Recht auf Schwangerschaftsabbrüche und können dieses stark einschränken. Mehrere Staaten hatten bereits im Vorfeld entsprechende Gesetze vorbereitet. In Arkansas, Kentucky und Louisiana treten sofort schärfere Gesetze gegen Abtreibung in Kraft.

Eine Reihe liberaler Staaten hat hingegen am Freitag angekündigt, das Recht auf Abtreibungen weiter schützen zu wollen. US-Präsident Joe Biden kündigte Maßnahmen an, um die Rechte der Frauen zu schützen. Er steht der Entscheidung aber relativ machtlos gegenüber. Nach Angaben der »New York Times« sind mehr als sieben Millionen Frauen im gebärfähigen Alter von den neuen Beschränkungen betroffen.

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RND/DPA/AP

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