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Abstimmung bei US-Wahl: Fünf Staaten verbannen rassistische Altlast

  • Dieses Jahr haben die USA vermutlich so intensiv wie seit Jahrzehnten nicht über Rassismus im Land gestritten.
  • Die Debatte spiegelt sich auch in Abstimmungen wider, die jetzt in Alabama, Mississippi und Co. liefen.
  • Im Zuge der Präsidentschaftswahl wurde nämlich auch über rassistische Formulierungen, etwa in den Verfassungen mancher Staaten.
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Alabama, Rhode Island, Utah, Nebraska und Mississippi: In diesen fünf Staaten standen bei der US-Wahl auch Maßnahmen gegen rassistische Sprache zur Abstimmung.

Wählerinnen und Wähler in Alabama stimmten dafür, rassistische Überreste aus der Zeit der Trennung von Schwarzen und Weißen aus der Verfassung des Staates zu nehmen - Gerichte hatten diese längst als verfassungswidrig eingestuft. In Utah und Nebraska werden Sätze aus der Verfassung gestrichen, die bei Verbrechen Sklaverei als Bestrafung erlaubten.

Die Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen hat 2020 wie kaum ein anderes Thema die Debatten in den USA dominiert. Ziel der Abstimmungen in den fünf Staaten war, Wörter, Begriffe und Symbole aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, die für viele Menschen eine schmerzhafte Erinnerung an die Geschichte der Sklaverei im Land und die systematische Unterdrückung von Schwarzen sind.

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In Rhode Island votierten die Wahlberechtigten mit knapper Mehrheit (53 Prozent) dafür, den offiziellen Namen des Staates zu ändern: Künftig wird Rhode Island nicht mehr den Zusatz „and Providence Plantations“ haben. Vor zehn Jahren war ein ähnlicher Vorstoß noch gescheitert.

Wie anderswo in den USA kam es in Rhode Island in den vergangenen Monaten zu Protesten wegen der Tötung des Schwarzen George Floyd in Polizeigewalt. Eine in Rhode Island gegründete Wahrheitskommission soll die historischen Verbindungen des Staates zu Sklaverei, zu Landraub und strukturellem Rassismus sowie potenzielle Entschädigungen erörtern. Einst war der Staat ein Zentrum des transatlantischen Sklavenhandels.

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Mississippi machte in den vergangenen Monaten weltweit Schlagzeilen wegen seiner umstrittenen Staatsflagge. 71 Prozent der Wähler stimmten nun für ein neues Motiv; eine Magnolie und die Worte „In God We Trust“ (Auf Gott vertrauen wir) werden die bisherige Staatsflagge ersetzen, die noch die Bürgerkriegsflagge der Konföderierten Staaten beinhaltete.

RND/AP

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