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Afghanistan-Soldaten: eine Ehrung des schlechten Gewissens

  • Am Mittwoch fand für die Soldatinnen und Soldaten des Afghanistan-Einsatzes der Abschlussappell statt.
  • Dabei wurde nachgeholt, was vorher versäumt worden war.
  • Die Erinnerung an den Einsatz wird für die Truppe dennoch schmerzlich bleiben, kommentiert Markus Decker.
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Berlin. Als der reguläre Afghanistan-Einsatz am 30. Juni endete und die bis dahin letzten Soldatinnen und Soldaten vom Hindukusch auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf landeten, da glänzten die politisch Verantwortlichen durch Abwesenheit. Nach der Machtübernahme der Taliban und dem nötig gewordenen Evakuierungseinsatz der Bundeswehr hat sich das Bild radikal gewandelt. Es gab – mit dem Finale am Mittwoch – schon fast ein Übermaß an Ehrungen.

Gut so: Das Wort kriegen nun die Soldatinnen und Soldaten

Das Versäumnis ist Ausdruck einer nachlassenden Integration der Truppe in die Gesellschaft. Der Versuch, es zu reparieren, ist Ausdruck eines schlechten Gewissens, nicht zuletzt der nun wohl aus dem Amt scheidenden Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

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Der Afghanistan-Einsatz war nach 20 Jahren zur Routine geworden, und sein Ende schien nicht der Rede wert. Selbiges schien auch für die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten zu gelten. Letztere kamen nun vermehrt persönlich zu Wort. Nicht die Ministerin gab Interviews. Interviews gaben Frauen und Männer von der Front. Gut so. Kramp-Karrenbauer hat ihre Scharte durch ihre Stärke ausgewetzt: die Stärke, sich bei Bedarf zurückzunehmen.

Ein zweites Afghanistan wird es nicht geben

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Freilich wird das den grundsätzlichen Schmerz der Truppe kaum lindern. Für jene Uniformierten, die traumatisiert oder physisch verletzt aus Afghanistan zurückkehrten, stellt sich wie für die vielen anderen nach zwei Jahrzehnten die Sinnfrage. Antworten darauf sind schwer zu finden. Denn die Taliban drehen die Uhr erbarmungslos zurück.

Egal jedenfalls, was die Bundeswehr und die mit ihnen verbündeten Streitkräfte in der Zukunft tun werden: Einen zweiten Versuch, ein kaputtes Land dieser Größe vom Kopf auf die Füße zu stellen, wird es nicht geben. Und das mit Recht.

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