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Israel-Emirate-Abkommen: Noch keine historische Zäsur, aber positives Signal

  • Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen volle diplomatische Beziehungen aufnehmen.
  • Das könnte tatsächlich für mehr Stabilität im Nahen Osten sorgen.
  • Doch die Hürden bleiben hoch, kommentiert Damir Fras.
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Brüssel. Formal ist es bislang nicht mehr als eine Absichtserklärung. Aber eine von der Sorte, wie es sie im Nahen Osten seit mehr als einem Vierteljahrhundert nicht mehr gegeben hat. Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen volle diplomatische Beziehungen aufnehmen.

Das ist schon bemerkenswert. Es ist lange her, dass so gute Nachrichten aus der instabilen Region kamen. Sehr lange. 1979 schloss Ägypten einen Friedensvertrag mit Israel. In Jordanien geschah das 1994.

Ein guter Plan – in der Theorie

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Wenn die von den USA moderierten Verhandlungen in den nächsten Wochen nicht scheitern, dann könnte man in der Tat von einer historischen Zäsur sprechen. Denn andere Golfstaaten, wie etwa der Oman, könnten dem Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate folgen.

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Historische Einigung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten
1:31 min
Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump volle diplomatische Beziehungen aufnehmen.  © Reuters

In der Theorie sieht der Plan gut aus. Israel lässt seine umstrittenen Pläne ruhen, ein Drittel der besetzten Palästinensergebiete zu annektieren. Das könnte neuen Schwung in die festgefahrenen Verhandlungen über einen eigenen Staat der Palästinenser bringen. Und die Vereinigten Arabischen Emirate bekommen einen schlagkräftigen Verbündeten gegen den Iran, den sie – ähnlich wie Israel – als größte Gefahr für die Stabilität in der Region ansehen.

Doch erst die Praxis wird zeigen, ob aus einer Absichtserklärung ein belastbares Abkommen wird. Die Hürden bleiben hoch. Denn Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat schon gesagt, dass die Annexionspläne nicht grundsätzlich vom Tisch seien. Das war ein Zugeständnis an die israelischen Siedler, die ihm zusetzen.

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Palästinenser in Rage

Das wiederum hat die Palästinenser in Rage versetzt. Sie haben schon ihren Botschafter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgezogen. Auch ist noch lange nicht ausgemacht, ob sich der Iran von der neuen Allianz einschüchtern lässt und aufhört, sich im Jemen, im Libanon und in Syrien einzumischen.

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Um nicht zu pessimistisch zu klingen: Die Absichtserklärung ist ein positives Signal. Mehr noch nicht. Leider.

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