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Abkommen mit Namibia: Herero-Anführer nach Covid-19-Diagnose gestorben

  • Noch soll das Aussöhnungsabkommen zwischen Namibia und Deutschland im namibischen Parlament debattiert werden.
  • Einer der lautstärksten Kritiker, Herero-Anführer Chief Vekuii Rukoro, ist nun verstorben.
  • In der Nacht zu Freitag starb er in der Hauptstadt Windhuk nach einer Covid-19-Diagnose.
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Windhuk. Einer der erbittertsten Kritiker des unterschriftsreifen Aussöhnungsabkommen zwischen Namibia und Deutschland, Chief Vekuii Rukoro, ist in einem Krankenhaus der namibischen Hauptstadt Windhuk gestorben.

Das 66 Jahre alte Oberhaupt des Ovaherero Traditionellen Rates war Anführer der Hererofraktion, die sich gegen das geplante Abkommen zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit stellt. Er verstarb in der Nacht zum Freitag nach einer Covid-19-Diagnose, sagte der Generalsekretär der Ovaherero, Mutjinde Katjiua.

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Rukoro wollte Proteste gegen Besuch des Bundespräsidenten

Der Anwalt und oberste Herero hatte unter anderem Proteste gegen den Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Namibia angekündigt, falls der im namibischen Parlament für den Völkermord an den Herero und Nama um Vergebung bitten sollte. Er forderte Reparationen statt freiwilliger finanzieller Leistungen Deutschlands.

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Namibia: Deutschland bekennt sich zu Völkermord
1:32 min
Nach jahrelangen Verhandlungen erkennt Deutschland nun die Gräueltaten in Namibia in der Kolonialzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Völkermord an.  © Reuters

Namibias Parlament hat die Debatte derzeit wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt. In dem Abkommen erkennt die Bundesregierung mehr als 100 Jahre nach den Verbrechen der deutschen Kolonialmacht im heutigen Namibia die Gräueltaten an den Volksgruppen der Herero und Nama als Völkermord an.

Die Nachkommen will Deutschland offiziell um Vergebung bitten und mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro unterstützen. Die Verhandlungen wurden von Beauftragten der beiden Regierungen geführt, Herero und Nama waren eng eingebunden. Von einigen Vertretern der Volksgruppen gab es jedoch harsche Kritik.

RND/dpa

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