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Kultusminister legen Plan zur besseren Vergleichbarkeit des Abiturs vor

  • Die Durchschnittsnoten beim Abitur in den Ländern fallen teilweise recht unterschiedlich aus – ein Ungerechtigkeitsfaktor im Wettbewerb um die attraktivsten Studienplätze.
  • Jetzt haben die Länder sich auf einen Plan verständigt, wie das Abitur besser vergleichbar werden soll.
  • Und auch in einer anderen, lange umstrittenen Frage gibt es eine Einigung.
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Die Kultusminister der Länder haben Vereinbarungen getroffen, mit denen sie die bundesweite Vergleichbarkeit des Abiturs erhöhen und die Qualität im Bildungswesen insgesamt steigern wollen. Ab 2023 sollen in allen Ländern in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch 50 Prozent aller Abituraufgaben aus einem gemeinsamen Aufgabenpool kommen. Ab 2025 soll diese Regelung auch für die naturwissenschaftlichen Fächer gelten.

Die Kultusministerkonferenz hat am Donnerstag eine „Ländervereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens“ beschlossen. Sie tritt an die Stelle des mehr als 50 Jahre alten Hamburger Abkommens zum Thema Schule zwischen den Ländern. In diesem Sinn sprach die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), von einem „historischen Tag für die Bildung in Deutschland“. Das neue Abkommen, das nun den Ministerpräsidenten vorgelegt wird, enthält unter anderem einen Abschnitt zum Lernen in der digitalen Welt, greift aber auch das Thema der Lehrerausbildung angesichts von der Herausforderung des Lehrermangels auf.

„Die Menschen haben den Wunsch nach mehr Einheitlichkeit bei der Bildung und diesem Wunsch kommen wir nach“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Sie versprach „mehr Transparenz, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit“ im Bildungssystem. Es solle kein Problem sein, wenn die Eltern mit ihren Kindern von einem Bundesland in ein anderes ziehen. Schon in den Grundschulen solle es mehr Vergleichbarkeit geben, so Hubig.

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Udo Beckmann, Chef des Verbandes Bildung und Erziehung, spricht mit RND-Korrespondent Tobias Peter über den digitalen Nachholbedarf an deutschen Schulen.  © RND
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Über die Vergleichbarkeit von Schulbildung, Abschlüssen und insbesondere auch des Abiturs wird in Deutschland nicht zuletzt deshalb diskutiert, weil die Durchschnittsnote im Abitur in den einzelnen Ländern teilweise recht unterschiedlich ausfällt. Gleichzeitig bewerben sich alle mit ihrem Abitur um die gleichen Studienplätze – ein Gerechtigkeitsproblem.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte im Sommer vor einem Jahr eine Debatte angestoßen. „Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen“, hatte sie gesagt – und damit viel Zuspruch, aber auch viel Widerspruch in den Ländern ausgelöst. Mit der neuen Vereinbarung findet die Debatte vorerst einen Schlusspunkt.

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Der lange Streit über den Bildungsrat

Auch bei einem weiteren, lange umstrittenen Thema haben die Länder sich verständigt. Union und SPD hatten im Bund vereinbart, einen Nationalen Bildungsrat schaffen zu wollen, der die Politik bei der Weiterentwicklung des Bildungssystems beraten sollte. Zu einer Vereinbarung ist es aber am Ende nicht gekommen, weil die Länder Bedenken hatten, der Bund würde sich zu sehr in ihre Kultushoheit einmischen.

Nun wollen die Länder eine „Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz“ schaffen, in der Forscher sie beraten. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, nannte dies „einen Schritt in die richtige Richtung“. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lösung hinter dem zurückbleibe, was mit einem Nationalen Bildungsrat angedacht gewesen sei, sagte der Lehrergewerkschafter.

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