Abholzung im Amazonas: Deutschland mahnt Brasilien

  • In Brasilien wird der Regenwald im Amazonasgebiet immer weiter abgeholzt.
  • Deutschland und weitere europäische Staaten haben das in einem Brief an die brasilianische Regierung kritisiert.
  • Die Entwicklung behindert Unternehmen darin, ihre ökologischen und sozialen Kriterien zu erfüllen.
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Berlin. Deutschland und weitere Staaten haben in einem Brief an die brasilianische Regierung die Abholzung im Amazonasgebiet kritisiert. Die Entwaldung habe “besorgniserregend zugenommen”, heißt es in dem Schreiben, das Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für die Bundesregierung und die Staaten der Amsterdam-Partnerschaft für entwaldungsfreie Lieferketten unterzeichnet haben.

Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Man sei zutiefst besorgt - auch mit Blick auf die Existenzgrundlagen der indigenen Bevölkerung und die Artenvielfalt.

Mögliche wirtschaftliche Folgen

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Der Brief an Brasiliens Vize-Präsident Hamilton Mourão bringt auch mögliche wirtschaftliche Folgen für Brasilien zur Sprache. Die Länder teilten “die zunehmenden Bedenken” von europäischen Verbrauchern, Unternehmen, Investoren und der Zivilgesellschaft, heißt es darin.

“Es gibt in Europa ein berechtigtes Interesse daran, dass das Angebot an Produkten und Lebensmitteln fair, umweltverträglich und nachhaltig erzeugt wird.” Die derzeitige Entwicklung mache es für Unternehmen und Investoren “immer schwieriger, ihre ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien zu erfüllen”.

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Amazonas-Gebiet: Brände und Entwaldung nehmen zu
1:50 min
Bewohner im brasilianischen Bundesstaat Rondonia gaben am Sonntag alles, um die Brände von ihrem Eigentum fernzuhalten.  © Reuters

Zur Amsterdam-Partnerschaft gehören Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen und Großbritannien. Auch Belgien hat sich dem offenen Brief angeschlossen.

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Umstrittenes Abkommen

Das umstrittene Handelsabkommen des Staatenbundes Mercosur mit der EU kommt in dem Brief nicht zur Sprache. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich dazu angesichts der Abholzung zuletzt mehrfach skeptisch geäußert. In einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage gab die Bundesregierung an, sie beabsichtige "derzeit keine Nachverhandlungen zu fordern". Man werde "die Rahmenbedingungen beobachten und überprüfen, ob das Abkommen wie intendiert umgesetzt werden kann".

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Die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke, warf der Regierung “Täuschung” der Öffentlichkeit vor. “Handelsabkommen, die die Abholzung wertvoller Wälder vorantreiben, müssen wir stoppen”, sagte sie der dpa.

RND/dpa

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