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Abgeordneter: Iran zahlte syrischem Herrscher Assad Milliardenhilfen

  • Dass der Iran das Assad-Regime in Syrien unterstützt, ist kein Geheimnis.
  • Ein iranischer Abgeordneter sprach nun jedoch von Finanzhilfen von bis zu 30 Milliarden Dollar.
  • Die teure Unterstützung für Assad stößt auch im Iran auf Kritik.
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Teheran. Der Iran soll nach Angaben eines iranischen Abgeordneten in den vergangenen neun Jahren dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad milliardenhohe Finanzhilfen gewährt haben.

“Wir haben Syrien vermutlich zwischen 20 bis 30 Milliarden Dollars (18 bis 27 Milliarden Euro) gegeben. Das Geld dieses Volkes wurde dann dort investiert”, sagte der für seine kontroversen Aussagen bekannte Abgeordnete Heschmatollah Fallahatpischeh dem Nachrichtenportal Etemad-Online am Mittwoch. Dieses Geld solle sich der Iran zurückholen.

Der Iran hat nach eigenen Angaben auf Wunsch der syrischen Regierung Berater in das Bürgerkriegsland geschickt, um zusammen mit Russland und der syrischen Armee die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. Zwar ist Teherans Unterstützung Assads ein offenes Geheimnis, doch von Finanzhilfen in zweistelliger Milliardenhöhe war noch nie die Rede.

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Fallahatpischeh nannte nun erstmals eine konkrete Größenordnung. Das iranische Präsidialamt und das Außenministerium kommentierten seine Aussage zunächst nicht. Fallahatpischeh hatte am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag und wird nicht im neuen Parlament sitzen, das seine Arbeit Ende Mai beginnen wird.

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Unterstützung für Assad trifft auch im Iran auf Kritik

Neben Russland ist der Iran Assads wichtigster Verbündeter. Über die Jahre hat Teheran seinen militärischen Einfluss ausgebaut und eine Landachse über den Irak und Syrien bis in den Libanon errichtet. Teheran fordert für Syrien eine innersyrische Lösung ohne Einmischung ausländischer Mächte und behauptet, Syrien sofort zu verlassen, sobald der Iran dort nicht mehr gebraucht werde.

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Die iranische Unterstützung für arabische Regierungen und Bewegungen wie in Syrien, im Jemen, Palästina oder Libanon wird im Iran selbst immer stärker kritisiert. Auch bei Straßendemonstrationen wurden diese Hilfen verurteilt. Besonders nach den erneuten US-Sanktionen und der dadurch entstandenen Wirtschaftskrise fordern viele Iraner von der Regierung, das Geld im eigenen Land zu investieren und nicht für Araber auszugeben.

RND/dpa

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