Ab sofort sind Homo-Ehen in Nordirland möglich

  • In Nordirland bricht ein neues Zeitalter für gleichgeschlechtliche Paare an.
  • Seit Montag können sie sich für Hochzeitstermine anmelden.
  • Die Gesetzesnovelle, die Homo-Ehen erlaubt, war bereits im vergangenen Oktober in Kraft getreten.
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Belfast. Seit Montag können sich gleichgeschlechtliche Paare in Nordirland für Hochzeitstermine anmelden. Auch bereits im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen können in Nordirland ab sofort anerkannt werden. Das berichtet die BBC. Die entsprechende Gesetzgebung war bereits im Oktober 2019 in Kraft getreten.

Mit der Gesetzesnovelle wurden nicht nur Homo-Ehen, sondern auch Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Mit den Änderungen sollte die Rechtslage im konservativen Nordirland an die im restlichen Großbritannien angepasst werden. Die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner ist dort bereits seit 2014 erlaubt, Abtreibungen sind seit 1967 straffrei.

Für die Änderungen der Gesetzeslage in Nordirland hatten im Juli 2019 Abgeordnete im Londoner Westminster gestimmt. Seit der Aussetzung seines Parlaments im Januar 2017 wurde Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört, von London aus mitregiert. Damals hatte sich die Koalitionsregierung aus der nordirisch-protestantischen DUP und der nordirisch-republikanischen Sinn Fein überworfen.

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Nordirland mit neuer Regionalregierung

Erst am vergangenen Samstag hat Nordirlands neue Regionalregierung Arlene Foster von der protestantisch-loyalistischen DUP zur Regierungschefin der britischen Provinz ernannt. Aus dem ersten Treffen nach drei Jahren ohne Selbstverwaltung ging Michelle O'Neill von der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein am Samstag als Vizeregierungschefin hervor. Die beiden großen Parteien in der ehemaligen Bürgerkriegsregion Nordirland hatten sich am Freitag auf die Bildung einer Regionalregierung geeinigt. Foster hatte den Posten bereits inne, bis die Koalition 2017 auseinandergefallen war.

Neben der DUP hatte am Freitag auch Sinn Fein einem Kompromissvorschlag zugestimmt, den London und Dublin tags zuvor vorgelegt hatten. Der Plan sieht erhebliche Finanzhilfen für die wirtschaftlich rückständige Region vor.

RND/fh/dpa

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