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USA erinnern an 9/11 – Biden ruft zur Einheit auf, Trump poltert gegen US-Abzug aus Afghanistan

  • Bei aller Trauer erinnern viele Redner am 20. Jahrestag von 9/11 auch an das Gemeinschaftsgefühl, das danach das Land erfasst hat und von dem es jetzt meilenweit entfernt ist.
  • Auch das chaotische Ende des Afghanistan-Einsatzes schwingt beim Gedenken mit.
  • Besonders Ex-Präsident Trump hob den Abzug aus Afghanistan hervor und bescheinigte dem Amtsinhaber Biden „grobe Unfähigkeit“.
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New York. Die USA haben am Samstag an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 erinnert und der Helden von damals gedacht. US-Präsident Joe Biden, die Ex-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton sowie zahlreiche Angehörige von Opfern und Ersthelfer von damals versammelten sich zu einer Schweigeminute an der Gedenkstätte am Ground Zero, wo Flugzeugentführer damals die Türme des World Trade Centers zum Einsturz gebracht hatten.

Traditionell ergriffen dort nicht die Politiker das Wort, sondern die Angehörigen. „Es ist hart, weil man gehofft hätte, dass dies eine andere Zeit in einer anderen Welt sein würde“, sagte Thea Trinidad, die ihren Vater verlor, über die 20 Jahre, die seit den Anschlägen vergangen sind. „Aber manchmal beginnt die Geschichte, sich zu wiederholen, und nicht im besten Sinne.“

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20 Jahre nach 9/11: Biden ruft zu nationaler Einheit auf
1:34 min
Am 11. September 2001 hatten radikal-islamische Attentäter vier Verkehrsflugzeuge entführt.  © Reuters
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Nur Wochen vor dem Jahrestag hatten die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan wieder die Macht übernommen. Sie waren 2001 bei der US-geführten Invasion gestürzt worden, nachdem sie den Planern der Anschläge Unterschlupf gewährt hatten.

Biden nahm an verschiedenen Gedenkfeiern teil

Biden war neben der Gedenkfeier in New York auch an den anderen beiden Orten dabei, wo die Flugzeuge damals abstürzten, im Pentagon und in der Nähe der Ortschaft Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Diese Maschine - bekannt als Flug 93 – sollte wohl ins Kapitol in Washington gelenkt werden, die Insassen rebellierten aber gegen die Entführer und verhinderten so Schlimmeres – zum Preis ihrer eigenen Leben.

Biden sprach bei keiner der Veranstaltungen, äußerte sich aber in einer am Freitagabend veröffentlichten Videoansprache, in der er seine Landsleute zu einem neuen Geist der Zusammenarbeit aufrief. Nach den Anschlägen habe es ein wahres Gefühl des Zusammenhalts gegeben, sagte Biden. Viele hätten sich heldenhaft verhalten, auch dort, wo man es nicht erwartet hätte. „Einheit ist unsere größte Stärke“, sagte Biden. „Das ist für mich die zentrale Lehre des 11. Septembers.“ Dabei bedeute Einheit nicht, dass alle das selbe glauben, sondern dass sie einander zutiefst respektieren.

Auch der ehemalige US-Präsident George W. Bush sagte bei der Gedenkveranstaltung in Shanksville, die Amerikaner sollten sich an den Geist von damals erinnern und politische Gräben überwinden. „So viel von unserer Politik ist zu einem nackten Aufruf von Wut, Angst und Missgunst geworden.“ Nach 9/11 hingegen hätten Millionen Amerikaner die Hand ihres Nachbarn ergriffen und sich für einander eingesetzt.

In New York standen neben Biden auch zwei weitere Ex-Präsidenten, Barack Obama und Bill Clinton, und gedachten gemeinsam mit ihren Frauen der Opfer. Biden stand fast die gesamte Zeremonie mit geneigtem Kopf und verschränkten Armen da, während die Namen der Toten verlesen wurden. Einmal wischte er sich offenbar eine Träne aus dem Auge.

Trump kritisiert US-Abzug aus Afghanistan

Bidens Vorgänger Donald Trump hat am 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eine Feuerwache und ein Polizeirevier in New York besucht. Dort würdigte er am Samstag den Mut der Einsatzkräfte, die unter Lebensgefahr zahlreiche Menschenleben gerettet hatten. Gleichzeitig kritisierte Trump aber auch seinen Nachfolger Joe Biden und dessen Abzug aus Afghanistan. „Das war grobe Unfähigkeit“, sagte Trump.

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Der Ex-Präsident nahm nicht an den offiziellen Gedenkveranstaltungen am 9/11-Jahrestag teil. Das Revier des 17. Polizeibezirks und die angrenzende Feuerwache, die er besuchte, befinden sich einige Blocks entfernt von seinem Trump Tower.

Auf die Frage von Beamten, ob er ein politisches Comeback plane, um wieder Präsident oder auch Bürgermeister von New York zu werden, sagte Trump, das sei eine einfache Entscheidung, die sie glücklich machen werde.

Am Abend wollte Trump schon wieder in Florida sein, wo er einen Boxkampf kommentiert.

RND/AP

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