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Reform des ÖPNV?

Verkehrsminister Wissing über das 9-Euro-Ticket:„Fulminanter Erfolg“

Volker Wissing (FDP), Bundesminister für Digitales und Verkehr (Archivbild)

Osnabrück. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) verbindet mit dem vor knapp sechs Wochen eingeführten 9-Euro-Ticket eine Erfolgsgeschichte und einen Arbeitsauftrag. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) bezeichnete er das Ticket als „fulminanten Erfolg“ und sprach sich für eine große ÖPNV-Reform aus.

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„Wenn die komplizierten Tarifzonen verschwinden und die Tickets bundesweit gelten“, würde der öffentliche Nahverkehr nach Wissings Prognose sehr viel stärker genutzt. Zweifel an der Nachhaltigkeit des Tickets meldete die Union an.

So sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag), zwar wollten die Menschen ein einfaches, anwenderfreundliches und faires Ticketsystem. „Alle Erfahrungen und Umfragen haben gezeigt, dass allerdings in erster Linie das Angebot stetig verbessert werden muss. Nur so steigen die Menschen auch nachhaltig um.“

Bareiß nannte das 9-Euro-Ticket eine „sehr teure Marketingkampagne“. So fehle nun das Geld für den notwendigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Vor Ort würden die Mittel knapp und vielerorts drohe die Gefahr, dass sich das Bus-und-Bahn-Angebot in den nächsten Monaten sogar verschlechtere, warnte der CDU-Politiker. „Nach dem Strohfeuer 9-Euro-Ticket droht jetzt der Katzenjammer.“

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„Beste Idee für den Bahnverkehr seit ganz langer Zeit“

Wissing hingegen betonte, die Einführung des Tickets zum 1. Juni sei die „beste Idee für den Bahnverkehr seit ganz langer Zeit“, er selbst sei von eigenen Erfahrungen „begeistert“. Das Ticket sei bislang nicht nur an zehn Millionen Abonnenten, sondern auch an 21 Millionen andere Kunden verkauft worden. „Wir haben spürbar weniger Verkehr auf den Straßen, deutlich weniger Staus. Offenbar sind viele vom Auto in Busse und Bahnen umgestiegen.“

Die wichtigste Lehre laute daher: „Es braucht strukturelle Veränderungen.“ Er ließ allerdings offen, wie diese gestaltet oder finanziert werden könnten. Die Erfahrungen mit dem Ampel-Projekt würden zunächst gründlich ausgewertet, sagte der Minister: „Ab Herbst werden wir dann die notwendigen Schlüsse ziehen.“

Auch ob der Bund den Ländern dauerhaft Geld für Billigfahrscheine zuschießen werde, ließ Wissing offen. Dass für sie die Finanzierung des ÖPNV eine große Herausforderung sei, könne er nachvollziehen. „Allen ist aber auch klar, dass der Bund kein Monatsticket für neun Euro auf Dauer finanzieren kann. Das wären jährlich rund zehn Milliarden Euro“, sagte er und ergänzte: „Ich kann hier nicht den Haushaltsverhandlungen vorgreifen.“

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RND/epd

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