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  • 61 Millionen Euro für Verkehrsministerium-Berater: Bundesverkehrsminister Scheuer freigiebig bei privaten Beratern

Verkehrsministerium gibt mehr als 61 Millionen Euro für Berater aus

  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bedient sich sehr oft externen Sachverstands.
  • Die ohnehin teuren Projekte für privat betriebenen Autobahnbau ziehen hohe Beraterhonorare nach sich.
  • Das Verkehrsministerium sei ein „regelrechter Goldesel“ für Kanzleien, kritisieren die Grünen.
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Berlin. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zeigt sich freigiebig bei Aufträgen an private Berater: Zwischen 2017 und 2020 hat sein Ministerium allein im Bereich Bundesfernstraßen insgesamt knapp 61,7 Millionen Euro für externen Sachverstand ausgegeben. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Frage des Grünen-Haushaltspolitikers Sven-Christian Kindler hervor. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.

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Mautausschuss: Scheuer weist Vorwürfe von sich
1:11 min
Der Bundesverkehrsminister hat vor dem parlamentarischen Gremium in Berlin alle Vorwürfe von sich gewiesen.  © Reuters

Kindler sagte dem RND: „Minister Scheuer engagiert für derart viele Projekte private Berater, dass man sich inzwischen fragt, ob er das Haus überhaupt ohne teuren Beistand von außen führen kann. Das Verkehrsministerium ist für Unternehmensberater ein regelrechter Goldesel.“ Der Grünen-Abgeordnete sieht das als „direkte Folge des Privatisierungswahns im Verkehrsministerium“. Projekte wie die gescheiterte Pkw-Maut, aber auch Autobahnen in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP), führten zu extrem komplizierten und umfangreichen Verträgen. Wer auf Privatisierung setze, brauche teure Großkanzleien.

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Für 2021 gibt das Ministerium allein 3,5 Millionen Euro aus, um die ÖPP-Projekte im Straßenbau von externen Kanzleien prüfen zu lassen.

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Aber nicht nur auf der Straße ist der Beratungsbedarf anscheinend hoch. 2019 hat Scheuers Haus unter anderem mehr als eine halbe Million Euro an Ernst & Young für Beratungen im Bereich Schifffahrt gezahlt. Knapp drei Millionen Euro kostete die Beratung für eine neue Struktur im Bereich Nebenwasserstraßen. Wer diesen Auftrag erhielt, verschwieg das Ministerium.

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