50 Jahre Greenpeace: Das sagte Merkel beim Festakt in Stralsund

  • Zum 50-jährigen Jubiläum von Greenpeace hat Angela Merkel in einer Rede darüber gesprochen, welche Erinnerungen sie mit der Umweltorganisation verbindet.
  • Besonders ist ihr der Shell-Boykott aus dem Jahr 1995 im Gedächtnis geblieben.
  • Sie sparte aber auch Kritik an der Umweltorganisation nicht aus.
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Stralsund. Zum 50-jährigen Jubiläum von Greenpeace hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Arbeit der Umweltorganisation gewürdigt. Beim Festakt in Stralsund lobte sie am Montag den Beitrag von Greenpeace im Kampf gegen den Klimawandel und bezeichnete das Erreichen der Klimaneutralität als eins der wichtigsten Ziele der nächsten Bundesregierung.

Das Ozeaneum in Stralsund war laut Merkel der ideale Ort für die Feierlichkeiten. Denn, sagte sie, der Schutz der Meere ziehe sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Umweltorganisation – wie auch die Sorge um die größten Säugetiere der Erde: die Wale.

Von Walfang bis Wälder: Erfolge von Greenpeace

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Bei den Erfolgen von Greenpeace-Aktionen hob sie das Verbot des kommerziellen Walfangs durch die internationale Walfangkommission im Jahr 1982 hervor, den Schutz von Wäldern von Kanada bis Russland sowie die Bewahrung der Antarktis vor kommerziellem Rohstoffabbau. Merkel gedachte zudem dem Greenpeace-Fotografen Fernando Pereira, der 1985 bei der Versenkung der Rainbow Warrior getötet wurde.

Persönlich in Erinnerung sei ihr der Aufruf zum Shell-Boykott im Jahr 1995 geblieben, als sie selbst Umweltministerin in der Regierung von Helmut Kohl war. Damit verhinderte Greenpeace die Versenkung des schwimmenden Öltanks Brent Spa in der Nordsee. Merkel nannte dieses Vorgehen geschickt.

Besetzung der stillgelegten Shell-Ölanlage Brent Spar durch Greenpeace im Jahr 1995. © Quelle: David Sims/Greenpeace Internatio

Bei der Ostsee-Zeitung finden Sie ein Video zum Festakt.

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Schlauchbootaktionen: Aufsehen erregend und umstritten

Die Bundeskanzlerin sprach von den gleichermaßen Aufsehen erregenden und umstrittenen Schlauchbootaktionen der Umweltorganisation und sparte auch die Schattenseiten der Greenpeace-Geschichte nicht aus. Dabei erwähnte sie die – wie sie es nannte – missglückte Protestaktion mit einem Gleitschirmflieger im Münchner Olympiastadion zur Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr. Hier seien nicht nur der Aktivist, sondern auch Stadionbesucher gefährdet worden. „Es war deshalb wichtig, dass Greenpeace hinterher sein Bedauern über diese Aktion ausgedrückt hat.”

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Diese Greenpeace-Aktion bei einem EM-Spiel im Juni 2021 hält Bundeskanzlerin Angela Merkel für missglückt. © Quelle: Christian Charisius/dpa

Martin Kaiser, der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, dankte Merkel. „Sie haben uns immer dann, wenn Menschenrechte der Umweltaktivistinnen missachtet wurden, abseits der Kameras unterstützt”, sagte er. Er sprach getreu dem Motto „Hope in Action” von Hoffnung als treibender Kraft der Aktivisten, die im Laufe der Jahre unter anderem russische Walkampfflotten, französische Atomwaffentests und große Ölkonzerne ins Visier nahmen.

Angesichts von schmelzenden Polen und steigender Erderwärmung sagte Kaiser: „Wir rasen auf Kipppunkte von Natur und Klima zu, von denen es – einmal erreicht – keine Rückkehr mehr gibt und die das Leben auf diesem Planeten gefährden.” Dennoch sei Hoffnung angebracht – als „Gegenteil von Resignation und Stillstand”.

Als ein großes Ziel von Greenpeace bezeichnete Kaiser den Kampf gegen das Artensterben vom Amazonas bis zu den heimischen Äcker.

Die allererste Greenpeace-Mission: Die Besatzung der Phyllis Cormack (auch Greenpeace genannt) an Bord des Schiffes. Ziel der Reise vom 15. September 1971 war es, Atomtests auf der Insel Amchitka zu stoppen, indem man in das Sperrgebiet segelte. © Quelle: Robert Keziere/Greenpeace United
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Am 15. September 1971 waren Aktivisten und Aktivistinnen mit einem umgebauten Fischkutter aufgebrochen, um vor Alaska einen Atomtest zu verhindern. Aus dieser Aktion entstand eine der weltweit größten Umweltorganisationen, die in 55 Ländern aktiv ist – mit 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 63.000 Ehrenamtlichen und drei Millionen Unterstützenden.

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