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1989: Politiker und Historiker unterstützen Steinmeier-Vorschlag für Gedenkstätte

  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Einrichtung einer Denkstätte für die friedliche Revolution von 1989 angeregt.
  • Beim Ostbeauftragten der Bundesregierung kommt die Idee gut an.
  • Matthias Platzeck (SPD) würde sogar gern noch weiter gehen.
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Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit vorgeschlagen, einen Gedenkort für die Friedliche Revolution von 1989 zu schaffen. Das stößt in der Politik auf positive Resonanz. “Es ist sehr gut, dass der Bundespräsident diesen Impuls gibt”, sagte Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung, am Samstag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Wir diskutieren darüber schon länger intensiv in der Kommission der Bundesregierung zu 30 Jahren Friedliche Revolution und deutsche Einheit. Auch die Bundeskanzlerin ist bereits in die Überlegungen eingebunden”, erklärte der Politiker.

Eine neue zentrale Forschungsstelle für das Jahr 1989?

Der Kommissionsvorsitzende Matthias Platzeck sagte dem RND: “Ich freue mich über diesen Vorschlag des Bundespräsidenten.” Der frühere brandenburgische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende plädiert sogar für einen weitergehenden Ansatz: “Ich möchte den Vorschlag noch ausweiten: Wir brauchen auch einen Ort für Forschung und Debatten über die einmalige Transformationszeit, die danach kam.” Dieser Ort könne auch dazu dienen, die Leistungen der Ex-DDR-Bürger im Transformationsprozess zu würdigen und aus ihnen zu lernen, sagte Platzeck weiter. Diese Frage werde in der Kommission intensiv diskutiert.

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Der Berliner Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sagte dem RND: “Die Errichtung eines zentralen Erinnerungsortes für die Freiheitsrevolution von 1989 ist überfällig.” Wichtig dabei sei, “die Freiheitsrevolution als eine gesellschaftliche Basisbewegung und nicht als staatliches Vollzugshandeln zu würdigen." Die Botschaft eines solchen Ortes müsse sein: “Freiheit muss gelebt und von allen verteidigt werden. Freiheit ist kein Geschenk des Staates. Er garantiert nur die Rahmenbedingungen.”

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Uneinig sind sich die Mitglieder noch darüber, ob ein zentraler oder dezentraler Ansatz gewählt werden sollte. Platzeck zeigte sich zuversichtlich, dass zum Abschluss der Kommissionsarbeit im Dezember ein konkreter Vorschlag vorliegen werde. Steinmeier hatte bei den zentralen Einheitsfeierlichkeiten in Babelsberg gesagt: “Wenn es denn so ist, dass uns die Friedliche Revolution auch heute Ermutigung sein kann, dann schaffen wir doch eine Stätte, die an diesen Mut erinnert.”

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