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  • 180 Tage Coronavirus - Wie ist die Lage weltweit? Ein Blick auf USA, Brasilien, Japan und weitere Länder

180 Tage Coronavirus: Von Japan bis Mexiko – so ist die Lage in der Welt

  • Lockerungen, Reisen, Erleichterung – ein halbes Jahr nach Entdeckung ist das Virus in Deutschland auf dem Rückzug. Die Angst vor der Pandemie schwindet.
  • Im Rest der Welt sieht das anders aus. Die Anzahl der Neuinfektionen ist global auf Rekordniveau – und es ist kein Ende in Sicht.
  • Unsere Korrespondenten berichten aus der Situation in ihren Ländern.
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America first – auch bei Corona

Kein Staat der Welt ist stärker von der Pandemie getroffen als die USA. Rund drei Millionen Infizierte zählte die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore gestern – und mehr als 130.000 Tote. Entgegen der Behauptung des US-Präsidenten Donald Trump, die USA habe die niedrigste Sterblichkeitsrate der Welt, liegt der Wert tatsächlich bei 402 Toten pro eine Million Einwohner – rund viermal so hoch wie in Deutschland. Besserung ist nicht in Sicht.

Im Gegenteil: Der Trend zeigt klar nach oben. Die tägliche Neuinfektionszahl, die in den vergangenen Monaten noch um die 20.000 lag, pendelt inzwischen um 50.000 Fälle. Der Wahlkämpfer Trump – und viele seiner Anhänger – ignorieren die alarmierenden Zahlen weitgehend und verzichten auf das Tragen einer Maske. Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach die Klinikkapazitäten in manchen Städten inzwischen ihre Grenzen erreicht haben.

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Karl Doemens, Washington/USA

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USA reichen Austrittsgesuch bei der WHO ein
1:07 min
US-Präsident Donald Trump hatte die Organisation zuvor als zu chinafreundlich kritisiert.  © Reuters

Brasilien: Spott hilft nicht gegen Corona

Nun hat es auch Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro erwischt. Ausgerechnet jener Präsident, der die Corona-Pandemie als “Grippchen” verspottet, musste am Dienstag verkünden, dass er mit dem Coronavirus infiziert wurde – so wie zuvor bereits Hunderttausende Landsleute.

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Brasilien zählt knapp 1,7 Millionen Infektionen – hinter den USA auf Platz zwei der Negativrekordliste. Die tatsächlichen Zahlen könnten weit höher liegen, da wenig getestet wird.

Ein Ende der Welle ist nicht in Sicht – das zeigt die dramatisch hohe Zahl an Neuinfektionen von über 48.000 allein zu Wochenbeginn. Alarmierend ist auch die hohe Zahl an Infektionen in der Amazonas-Region wo viele indigene Völker leben.

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Tobias Käufer, Bogotá/Kolumbien

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Brasiliens Präsident Bolsonaro positiv auf Covid-19 getestet
1:21 min
Der brasilianische Präsident hatte in den vergangenen Wochen den Mindestabstand nicht eingehalten, gegen Maskenpflicht verstoßen und die Krankheit verharmlost.  © Reuters

Mexiko – und die Bedrohung für Lateinamerika

Fast täglich kommen aus Lateinamerika neue schlechte Nachrichten. Besonders dramatisch ist die Lage in Chile (34,09), Peru (33,69), Brasilien (31,26), Ecuador (28,22) – und Mexiko (24,66), die in der Statistik der Johns-Hopkins-Universität in der Kategorie Todesfälle pro 100.000 Einwohner weltweit die Plätze zwölf bis 16 belegen, aber immer noch zum Teil weit hinter Europa oder den USA zurückliegen.

Mexikos linksgerichteter Staatspräsident Andrés Manuel López nimmt das Virus trotz der bedrohlichen Zahlen kaum ernst. So sind die Beschränkungen trotz alarmierender Zahlen zum Gutteil bereits wieder aufgehoben, die Wirtschaft ist wieder hochgefahren und in den Parks tummeln sich die Menschen.

Auch bei den Nachbarn führt das Virus zu Instabilität. Während in Chile die Menschen zunehmend gewalttätig gegen die Einschränkungen demonstrieren, berichten in Nicaragua und Venezuela Nichtregierungsorganisationen über Repression gegen medizinisches Personal, wenn sie in der Öffentlichkeit über die wahren Ausmaße der Pandemie sprechen.

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Hinzu kommen düstere Wirtschaftsprognosen: Allein in Argentinien droht künftig eine Armutsrate von über 50 Prozent, das kleine El Salvador rechnet mit einer Million Armen zusätzlich. Die UN rechnet mit einer Hungersnot in Lateinamerika als Folge der Pandemie.

Tobias Käufer, Bogotá/Kolumbien

Portugal – Spanien: Verkehrte Welt

Portugal ist es, im Gegensatz zu seinem großen Nachbarn Spanien, gelungen, die Kurve der Neuinfektionen in den vergangenen vier Monaten flach zu halten. Mit bisher gut 1600 registrierten Toten liegt die Corona-Todesrate um etwa 50 Prozent höher als in Deutschland, aber deutlich niedriger als in Spanien mit einer viermal höheren Rate.

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In den vergangenen Wochen hat sich die Lage allerdings verkehrt. Portugal ist zurzeit nach Schweden und Luxemburg das EU-Land mit den meisten Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl: In den 14 Tagen bis zum 6. Juli wurden 46 von 100.000 Einwohnern positiv getestet, viermal mehr als in Spanien und 6,5-mal mehr als in Deutschland. Die Krise in Portugal, sie ist noch nicht vorbei.

Martin Dahms, Madrid/Spanien

Großbritannien: Noch in der ersten Welle

Großbritannien erwache aus dem Winterschlaf – so hat es Premierminister Boris Johnson bezeichnet, nachdem am vergangenen Samstag erstmals nach dreieinhalb Monaten Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos und Friseure in England wieder öffnen durften. In Schottland müssen sich die Menschen bis nächste Woche gedulden. Am Dienstag sorgten einige Lokale für Aufsehen, weil es positive ­Corona-Fälle gab – und sie wieder schließen mussten.

Tatsächlich ist die Situation auf der Insel noch immer sehr angespannt, die Bevölkerung kommt traumatisiert aus dem Lockdown, die Wirtschaft ist eingebrochen. Das Königreich gehört zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Laut Regierung sind mehr als 44.400 positiv auf das Virus getestete Menschen gestorben, erst am Dienstag wurden weitere 155 Tote vermeldet.

Sie stellen nur noch eine Randnotiz in den Nachrichten dar. Getestet wurde und wird auf der Insel trotzdem nur begrenzt. Und so warnen Mediziner in diesen Tagen eindringlich vor dem “echten Risiko” einer zweiten Infektionswelle, obwohl die erste noch gar nicht vorbei ist.

Katrin Pribyl, London/Großbritannien

Am ersten Wochenende nach der Zwangspause benimmt sich die Mehrheit der Pubbesucher in England okay. Das gilt jedoch nicht für alle Besucher. Mehrere britische Kneipen müssen wegen Corona-Fällen daraufhin gleich wieder schließen. © Quelle: Getty Images

Schweiz: Erste Welle, zweite ­Spitze

In der Schweiz schien die Corona-Krise entschärft zu sein. Doch seit Mitte Juni häufen sich die Krankheitsfälle wieder. Insbesondere in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte sei ein “exponentielles” Wachstum der Erkrankungen zu verzeichnen, warnen die Behörden.

Anfang Juli gab es an einem Tag sogar 137 bestätigte neue Fälle. Gut zwei Wochen davor waren es nur 17 gemeldete Fälle innerhalb eines Tages. Virologen diagnostizierten, die Schweiz habe es mit “der zweiten Spitze der ersten Welle” zu tun. Die Regierung beschloss nun die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und ordnete Quarantäne für Einreisende aus Risikoländern an.

Jan Herbermann, Genf/Schweiz

Schweden: Etappe auf dem Sonderweg

Fast alles blieb erlaubt und geöffnet: Alle Geschäfte, Schulen bis einschließlich neunte Klasse, Kindergärten, Büros, Bars, Restaurants, Fitnessstudios, Büchereien und gar einige Kinos. Der schwedische Sonderweg in der Corona-Krise wurde mal kritisch, mal bewundernd beäugt.

Tatsächlich fällt die Bilanz aus heutiger Sicht gemischt aus: Das EU-Land musste deutlich höhere Todeszahlen hinnehmen als Deutschland oder die skandinavischen Nachbarländer. Mittlerweile hat sich das Infektionsgeschehen jedoch beruhigt – auch dank disziplinierter Abstandshaltung und der Vermeidung größerer Zusammenkünfte, die trotz aller Freiwilligkeit zuletzt deutlich angemahnt wurden.

André Anwar, Stockholm/Schweden

Griechenland: Angst vor den Touristen

Mit 18 Covid-19-Toten pro Million Einwohnern hat Griechenland eine der niedrigsten Corona-Sterblichkeitsraten in Europa – ein Erfolg der frühzeitig eingeführten und gut befolgten Kontaktbeschränkungen.

Seit das Land am 1. Juli seine Grenzen und Flughäfen wieder für den wirtschaftlich dringend benötigten Tourismus öffnete, wächst aber die Sorge, dass Urlauber das Virus einschleppen. Tatsächlich steigen die gemeldeten Ansteckungsfälle: Von rund 477 neuen Infektionen, die seit Anfang Juli registriert wurden, entfallen 344 auf ausländische Touristen.

Gerd Höhler, Athen/Griechenland

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Chronologie des Coronavirus
2:47 min
Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND

Frankreich: Keine zweite Welle in Sicht

Die Zeichen stehen auf Entspannung: Mit insgesamt fast 30.000 Menschen, die nach einer Infizierung mit dem Coronavirus gestorben sind, war Frankreich stark von der Pandemie betroffen. Eine zweite Welle kam bisher nicht auf, auch nicht seit der schrittweisen Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen ab dem 11. Mai.

Ähnlich wie in Deutschland sinken die Infiziertenzahlen seit Monaten, verschwunden ist das Virus allerdings nicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln herrscht landesweit Maskenpflicht, während Geschäfte, Restaurants und Bars dies individuell handhaben.

Birgit Holzer, Paris/Frankreich

Türkei: Wenige Tote – und eine Befürchtung

Seit die Türkei die meisten Corona-Beschränkungen am 1. Juni lockerte, stiegen die Infektionszahlen zunächst deutlich an. Inzwischen flacht die Kurve aber wieder etwas ab. Bisher sind 5260 Menschen an Covid-19 gestorben. Das entspricht 64 Sterbefällen pro Million Einwohner (Deutschland: 109). Das türkische Gesundheitssystem gilt als gut.

Die Tourismuswirtschaft hofft, dass die Bundesregierung ihre bis Ende August geltende Reisewarnung vorzeitig zurücknimmt. Fachleute fürchten aber eine neue Infektionswelle zum islamischen Opferfest Ende Juli.

Gerd Höhler, Athen/Griechenland

Israel: Kampf gegen “neue ­Corona-Attacke”

Zu Beginn der Woche hat die Regierung einschneidende Maßnahmen beschlossen und einen großen Teil der kürzlich beschlossenen Lockerungen zurückgenommen. Bars, Clubs, Theater, Hochzeitshallen, Konzertsäle, Schwimmbäder und Fitnesscenter werden geschlossen. Premier Benjamin Netanjahu will damit der “neuen Corona-Attacke” begegnen.

Sollten die Maßnahmen nicht genügen, drohen zusätzliche Einschränkungen. Israel steht kurz davor, zum Lockdown zurückzukehren. Im Mai war Israels Anti-Corona-Strategie noch als vorbildlich gepriesen worden. Jetzt aber verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle sieben Tage. Vor allem Schulen stehen im Fokus. Experten werfen der Regierung vor, sie sei im Mai bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen zu schnell und widersprüchlich vorgegangen.

Pierre Heumann, Tel Aviv/Israel

In Jerusalem protestieren Sozialarbeiter am dritten Tag eines landesweiten Streiks – natürlich mit Mund-Nasen-Schutz. © Quelle: imago images/ZUMA Wire

Südafrika: Notklinik im VW-Werk

Die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Südafrika hat sich im Juni mehr als vervierfacht. Der Anstieg folgt auf Lockerungen in den vergangenen Wochen. Die Regierung hat die Öffnung von Geschäften wieder erlaubt, um eine wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden. Die zweimonatigen strikten Ausgangsbeschränkungen zuvor hatten die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit weiter verschärft. Im Juni erreichte sie 30 Prozent. Auch der Hunger verschlimmerte sich drastisch.

In der größten Stadt Johannesburg erwägen die Gesundheitsbehörden nun, einige Restriktionen wieder in Kraft zu setzen, um die Ausbreitung des Virus möglichst zu bremsen. “Die Zahl der Menschen, bei denen wir jetzt täglich Diagnosen stellen, ist absolut erschreckend”, sagt der Impfstoffforscher Shabir Madhi. “Es ist schwer vorstellbar, wie unsere Krankenhäuser damit klarkommen sollen”, sagt der Experte.

Um die Kapazitäten zu erhöhen, wurden in Kapstadt und Johannesburg Kongresszentren in Krankenstationen umgewandelt, Stationen in riesigen Zelten gebaut und 3300 Betten in einem VW-Werk aufgestellt. Allerdings bleibt es schwierig, Personal zu finden. “Wir werden überwältigt”, befürchtet eine Krankenschwester.

Andrew Meldrum, Johannesburg/Südafrika

Indien: Es wird immer schlimmer

Indien liegt weltweit bei Covid-19-Erkrankungen inzwischen auf dem dritten Platz – nach den USA und Brasilien. Am Mittwoch meldete das südasiatische Land insgesamt 742.417 Corona-Infektionen und 20.642 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Besonders hart betroffen sind die Megametropolen Neu-Delhi und Mumbai. Hier leben allein um die 50 Millionen Menschen.

Indien hatte im März eine strikte Ausgangssperre für das gesamte Land erlassen, als nur ein paar Hundert Fälle registriert waren. Im Juni wurden trotz steigender Infektionszahlen die Beschränkungen schrittweise gelockert, um die Wirtschaft wieder zu beleben. Seither steigen die Zahlen rapide an: Am Mittwoch wurden 22.752 Neuinfektionen und 482 Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Sorge bereitet in diesem Zusammenhang auch, dass in den vergangenen Tagen auch Bundesstaaten in Südindien, die anfangs die Pandemie gut unter Kontrolle hatten, immer mehr Covid-19-Fälle vermelden. Mit 7400 Tests pro eine Million Einwohner führt Indien verglichen mit anderen Ländern immer noch sehr wenige Tests durch. China testet hingegen 62.814 Menschen pro eine Million Einwohner. Die tatsächlichen Infektionszahlen könnten also noch weitaus höher liegen.

Agnes Tandler, Neu-Delhi/Indien

Australien: Der zweite Lockdown

Eigentlich schottet sich Australien seit Ende März ab: Kaum einer darf mehr rein oder raus. Diese strenge Vorgehensweise, gepaart mit Ausgangssperren, brachte Covid-19 schnell unter Kontrolle. Bei etwas mehr als 8000 Infizierten zählte man bisher 106 Tote. Doch nun erlebt Melbourne eine zweite Welle.

Rapide steigende Fallzahlen – vor allem in einigen Hochhäusern – hatten in den vergangenen Tagen bereits zu lokalen Ausgangssperren geführt. Nachdem am Dienstag nun jedoch 191 neue Fälle gemeldet worden waren, gilt in Melbourne erneut eine Ausgangssperre für sechs Wochen.

Barbara Barkhausen, Sydney/Australien

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Ansteigende Corona-Zahlen: Melbourne muss zurück in den Lockdown
1:30 min
Nach einem starken Anstieg von Corona-Infektionen wurde in Melbourne wieder ein Lockdown verhängt. Eine schwere Rezession droht.  © Reuters

Japan: Kommt die dritte Welle?

Zwei Infektionswellen hat Japan bereits hinter sich: eine im Februar, die von einem vor der Küste liegenden Kreuzfahrtschiff ausging, und eine ab Ende März, die aus dem Ausland eingereiste Personen mitbrachten. Insgesamt zählt das ostasiatische Land, bei einer sehr zurückhaltenden Teststrategie, nur rund 20.000 Infektionen und etwa 1000 Tote – hervorragende Werte.

Grund zur Sorge bieten aber die vergangenen zwei Wochen, in denen die Neuinfektionszahlen nach Lockerungen mehrerer Restriktionen insbesondere in Tokio wieder deutlich gestiegen sind. Es scheint sich eine dritte Infektionswelle anzubahnen.

Felix Lill, Tokio/Japan

Südkorea: Vom Sorgenkind zum Vorbild

Nachdem sich Ende Februar die Infektionszahlen binnen weniger Tage multipliziert hatten, galt Südkorea gegen Ende des Winters als Hotspot der Corona-Krise. Dann aber rollte die mittlerweile alarmierte Regierung ihr nach der Sars-Epidemie installiertes Krisenmanagement aus.

Breitflächiges Testen, Desinfizieren öffentlicher Plätze, Tracking der Personen durch Apps. Südkorea fungierte als Vorreiter für andere Länder – auch bei den Lockerungen der Alltagsbeschränkungen.

In Südkorea wird schon länger wieder Sport betrieben und zur Schule gegangen. Das bleibt aber auch im Land des Klassenprimus nicht folgenlos: Ende Juni bestätigte die Regierung mehrere Neuinfektionen in Schulen – was Kritiker der Lockerungen auf den Plan ruft. Am Mittwoch meldeten die örtlichen Behörden 63 neue Covid-19-Fälle, von denen 33 auf aus dem Ausland ankommende Reisende zurückgehen. Insgesamt zählt das Land nur rund 13.000 Infizierte und kaum 330 Tote.

Felix Lill, Tokio/Japan

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Corona-Aktion über dem Himmel von Seoul
0:55 min
Ziel war es, die Bürger in Südkorea an die Einhaltung der Corona-Regeln zu erinnern.  © Reuters

China: Vorerst keine zweite Welle

Die Erleichterung ist in der Hauptstadt deutlich zu spüren: Zum ersten Mal seit dem erneuten Aufflammen des Virus auf einem Großmarkt in Peking meldete China am Mittwoch keine lokale Infektion – und lediglich sieben importierte Fälle. Mittlerweile zeichnet sich jedoch deutlich ab, dass die Gefahr einer zweiten Welle vorübergehend abgewendet ist.

Laut den offiziellen Zahlen gibt es lediglich 385 aktive Fälle. Der Alltag in Peking ist dennoch eine Mischung aus Normalzustand und epidemiologischer Vorsicht: Die Shoppingviertel sind gut besucht, der Verkehr ist auf Normalniveau. Doch gleichzeitig scannen Wärmebildkameras vor jedem Supermarkt die Temperatur der Kunden, Maskenpflicht gilt nach wie vor.

Fabian Kretschmer, Peking/China

Russland: 7000 Fälle pro Tag

In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10.600 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden.

700.000 Menschen haben sich bislang mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte.

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Behörden ziehen Quarantänegraben um russisches Dorf
1:34 min
In dem sibirischen Dorf Schuluta war nach einem Schamanenritual Covid-19 ausgebrochen. Jetzt wird die Quarantäne durch die Behörden erzwungen.  © Reuters

Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird. Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt.

Claudia Thaler, Moskau/Russland

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