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100.000 Corona-Opfer: Akut hilft weder Impfpflicht noch Kinderimpfung

  • Deutschland debattiert über eine allgemeine Impfpflicht, in Europa wird ein Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren zugelassen.
  • Doch beides hilft uns nicht, die vierte Welle zu stoppen.
  • Wenn die Politik nicht schnell Sofortmaßnahmen einleitet, wird die Opferzahl schneller steigen denn je, warnt RND-Korrespondent Steven Geyer.
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Jetzt ist es traurige Gewissheit: Von nun an leben wir in einem Land, in dem mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Hinzu kommen jene, die sterben mussten, weil eine andere Krankheit nicht adäquat behandelt wurde, und, ja, auch jene, die soziale und psychische Folgen der Lockdowns nicht überlebten.

Freilich ist die Zahl der direkten Virusopfer viel höher, und freilich ist das Risiko ungleich verteilt: Die Hälfte der 100.000 Toten war älter als 84, kein Zehntel Prozent war unter 20.

Jetzt gefragt: Planung und schnelles Handeln

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Doch zu oft wurden die Statistiken schon für politische Argumente eingespannt. Die tragische Wegmarke sollte vielmehr gemeinsame Trauer über alle verschiedenen Schicksale auslösen. Jeder, egal warum und in welchem Alter, aus dem Leben Gerissene, hinterlässt eine Lücke, trauernde Angehörige und die Gewissheit, dass wir in einer Jahrhundertkatastrophe stecken.

Diese verlangt nun beides: Planung, aber auch schnelles Handeln. Langfristig muss die Impfquote verbessert werden. Dass es in Europa nun eine Impfung für Kinder ab fünf Jahren gibt, löst das Problem nicht. Denn auf die Erwachsenen kommt es an. Es gibt keine Alternative zu einem Impfstand wie in Portugal oder Spanien, wollen wir in der Liste der Corona-Toten pro Einwohner nicht von weit hinten nach weit vorn rutschen.

Eine Impfpflicht hilft jetzt nicht mehr

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Die Debatte um die Impfpflicht muss daher geführt werden, hilft aber nichts in der aktuellen Welle. Es ist das leidige Thema der Kontaktbeschränkungen, worüber jetzt diskutiert werden muss – vielmehr: entschieden. Der von der Ampel angekündigte Krisenstab muss schnellstens mehr leisten als Symbolik.

Die zentrale Frage dabei darf nicht länger sein, was alles nicht geht – weil man es einst ausgeschlossen hatte oder sich niemand kümmern mag –, vielmehr müssen wir fragen, was noch alles geht, und wer noch wie helfen kann, um möglichst schnell möglichst effektiv gegen das Virus vorzugehen.

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