Trotz Corona: Am 1. Mai soll demonstriert werden

  • Am 1. Mai sollen trotz der Corona-Pandemie viele Demonstrationen stattfinden.
  • Die Veranstalter rufen dazu auf, sich an die Hygieneregeln zu halten.
  • Während linke Gruppen gegen den Kapitalismus protestieren wollen, gehen Clubbetreiber für die Wiederbelebung der Kulturszene auf die Straße.
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Berlin. Trotz der Corona-Pandemie wird der 1. Mai in diesem Jahr wieder ein Tag der Demonstrationen. Zahlreiche Kundgebungen und Veranstaltungen, darunter auch einige mit mehreren Tausend Teilnehmern, sind geplant und bei der Polizei angemeldet. Die Veranstalter rufen dazu auf, Masken zu tragen und Abstände einzuhalten.

Aerosol-Physiker betonen inzwischen, Ansteckungen von Menschen, die sich draußen bewegen würden, seien höchst unwahrscheinlich. Die vor der Corona-Pandemie üblichen Straßenfeste und Partys fallen allerdings weiterhin aus.

Schon am Vorabend des 1. Mai wollen linke und linksradikale Gruppen und Demonstranten unter dem Motto „Von der Krise zur Enteignung“ durch Wedding ziehen. 2000 Teilnehmer sind bei der Demonstration gegen den Kapitalismus am 30. April (17 Uhr) laut Polizei angemeldet. Die Strecke verläuft vom Leopoldplatz zum S-Bahnhof Gesundbrunnen.

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Der 1. Mai beginnt dann mit einer großen Fahrradsternfahrt des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zusammen mit dem Fahrrad-Club ADFC. Angemeldet sind ab 10 Uhr 2500 Teilnehmer, die aus verschiedenen Richtungen zum Großen Stern fahren. „Ein fröhliches Beisammensein auf dem Maifest wird es leider auch in diesem Jahr nicht geben. Aber klar ist auch: Ein Tag der Arbeit ohne sichtbare Präsenz der Gewerkschaften wird es nicht geben“, betonte der DGB in einem Aufruf. Auch am Brandenburger Tor soll es eine kleinere DGB-Kundgebung geben.

Demo für die Club-Kultur

Mittags (13 Uhr) wollen Clubbesucher und -betreiber, Musiker, DJs sowie Unterstützer „Für die Wiederbelebung der Kultur- und Clubszene durch die kreative Nutzung des Öffentlichen Raumes“ demonstrieren. Die Strecke führt vom Hermannplatz in Neukölln, über Görlitzer Park in Kreuzberg und die Oberbaumbrücke über die Spree nach Friedrichshain zum Markgrafendamm. Der Polizei wurden 500 Teilnehmer mitgeteilt.

Im Lauf des Tages sind außerdem zahlreiche kleinere Kundgebungen und Demonstrationen mit wenigen bis ein paar Dutzend Teilnehmern aufgelistet.

Am Abend (Auftaktkundgebung ab 17 Uhr) folgt die „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“. In diesem Jahr geht es vom Hermannplatz durch Nord-Neukölln und Kreuzberg zum Oranienplatz. Im Vordergrund sollen Migrantengruppen stehen als „Ausdruck der Solidarität“, hieß es. In Kreuzberg hängen bereits Plakate mit der Aufschrift „Yallah Klassenkampf“. Bei Twitter schrieben die Veranstalter: „Der Mietendeckel fehlt, stattdessen ist unsere Wut vorhanden. Wir werden sie bei nächster Gelegenheit erneut auf die Straße tragen. Zum Beispiel am 1. Mai, 17 Uhr, Hermannplatz, Berlin-Neukölln.“ Bisher sind laut Polizei 1000 Demonstranten angemeldet. Es könnten aber auch einige Tausend werden.

Demos fielen im vergangen Jahr aus

Im vergangen Jahr war die übliche große linksradikale Demonstration am Abend des 1. Mai wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Stattdessen war zu kleineren Protesten mit Farbbeuteln, Rauchtöpfen, Transparenten und Sprühereien in Kreuzberg aufgerufen worden. In den Jahren zuvor kam es am 1. Mai vor allem in Kreuzberg immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Linksextremisten und der Polizei. Die Gewalt nahm aber mehr und mehr ab.

RND/dpa

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