Zweijähriger zu Tode gequält: Haftbefehl gegen Mutter aufgehoben

  • Im Prozess um den Tod an einem zwei Jahre alten Jungen ist der Haftbefehl gegen die Mutter des Kindes aufgehoben worden.
  • Ihr wird nur noch fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassen vorgeworfen.
  • Der Ex-Partner der Frau soll das Kleinkind misshandelt, sexuell missbraucht und totgeschlagen haben.
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Halle. Im Prozess um einen getöteten zweijährigen Jungen hat das Gericht den Haftbefehl gegen dessen angeklagte Mutter aufgehoben. Die Kammer des Landgerichtes in Halle sehe keinen dringenden Tatverdacht mehr für die angeklagten Vorwürfe der Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie der fahrlässigen Tötung, teilte ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag mit. Das Gericht sehe lediglich einen dringenden Tatverdacht der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen. Die damit verbundene Straferwartung rechtfertige jedoch nicht die Aufrechterhaltung des Haftbefehls.

Der Haftbefehl gegen ihren 31-jährigen Ex-Lebensgefährten bleibt weiter bestehen. Er ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes, Körperverletzung und Mordes angeklagt. Er soll im Juni und Juli vergangenen Jahres in Querfurt (Saalekreis) den Zweijährigen mehrfach sadistisch gequält, missbraucht und schließlich totgeschlagen und -getreten haben.

Zweijähriger zu Tode gequält: Mutter will nichts mitbekommen haben

Die 37-jährige Mutter des getöteten Kindes hatte immer wieder beteuert, nichts von den mutmaßlichen Übergriffen gegen ihren Sohn gewusst zu haben. Ihr Ex-Lebensgefährte sei vor ihren Augen immer gut mit dem Kind umgegangen. „Ihm zu Vertrauen, war der schlimmste Fehler meines Lebens“, sagte sie vor Gericht.

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Der Angeklagte hatte während des Prozesses angegeben, den Frust aus den Streitigkeiten mit der angeklagten Mutter ins Kinderzimmer des kleinen Tim getragen zu haben. Dort habe er den Jungen geschlagen, getreten und sich auch sexuell an ihm vergangen. Der Beschuldigte sagte jedoch, er glaube nicht, Tim seine tödlichen Verletzungen zugefügt zu haben. Er habe ihn nie mit einer solchen Wucht geschlagen, dass eventuell Knochen gebrochen oder innere Organe geschädigt wurden.

RND/dpa

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