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Zwei Tote und 150 Verletzte beim Einsturz einer Tribüne in israelischer Synagoge

  • Hunderte ultraorthodoxe Gläubige hatten sich zum Gebet zum jüdischen Erntedankfest versammelt.
  • Doch die Synagoge in der Siedlung im Westjordanland war noch gar nicht fertig gebaut und für Veranstaltungen freigegeben.
  • Eine Tribüne stürzt ein und reißt zwei Menschen in den Tod.
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Tel Aviv. Bei einem religiösen Fest israelischer Juden hat es am Sonntag erneut einen tödlichen Zwischenfall gegeben. In der Siedlung Givat Sejev bei Jerusalem kamen zwei Menschen ums Leben, als eine Tribüne in einer mit Hunderten ultraorthodoxen Gläubigen besetzten Synagoge einstürzte. 157 Menschen wurden nach Angaben eines Sprechers des Rettungsdienstes Magen David Adom im Fernsehsender Kanal 13 verletzt. Bei den Toten handele es sich um einen Mann in den 50ern und einen zwölfjährigen Jungen. Die Gläubigen hatten sich zum Beginn des Schavuot, des jüdischen Erntedankfests, versammelt, an dem der Überlieferung zufolge Moses von Gott die Thora erhalten hat.

Es war der zweite tödliche Zwischenfall bei einem jüdischen Fest seit dem 29. April. Da waren auf dem Berg Meron 45 ultraorthodoxe Juden bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Wie nach der Katastrophe von Meron wurde auch am Sonntag von Amts- und Fachleuten darauf verwiesen, dass Sicherheitsvorschriften nicht beachtet worden seien. Auf dem Berg Meron waren rund 100 000 Gläubige geströmt, obwohl Experten seit Jahren davor gewarnt hatten, dass die Infrastruktur dort nicht für große Menschenmengen geeignet sei.

Israelische Sanitäter tragen verwundete ultra-orthodoxe Gläubige aus einer Synagoge in Givat Zeev. © Quelle: Sebastian Scheiner/AP/dpa
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Synagoge war mit Hunderten Gläubigen voll besetzt

Die Synagoge war mit Hunderten Gläubigen voll besetzt, wie Amateurvideoaufnahmen zeigten, auf denen der Einsturz zu sehen war. Der Bürgermeister der Siedlung sagte, die Synagoge sei noch gar nicht fertig gebaut und deshalb gefährlich gewesen. Der Jerusalemer Polizeichef Doron Turgeman sagte, der Einsturz sei auf Fahrlässigkeit zurückzuführen und es werde vermutlich Festnahmen geben. Feuerwehrchef Deddi Simhi sagte ebenfalls, dass die Synagoge noch nicht fertig gebaut gewesen sei. Es gebe noch nicht einmal eine Nutzungsgenehmigung, weshalb keine Veranstaltung darin hätte stattfinden dürfen.

Verteidigungsminister Benny Gantz schrieb auf Twitter: „Mein Herz ist mit den Opfern der Katastrophe von Givat Sejev“. Es regte sich aber auch Kritik, dass die Regierung gegenüber den Forderungen der ultraorthodoxen Minderheit zu nachgiebig sei. Nach der Katastrophe von Meron gab es Berichte, ultraorthodoxe Politiker hätten Druck auf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausgeübt, Zugangsbeschränkungen zum Fest Lag Baomer aufzuheben.

RND/AP

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