Zusammenstoß: Schwan prallt gegen Ruderer

Ein Sportunfall der anderen Art: Auf einem Kanal in Leipzig sind ein Ruderer und ein Schwan zusammengeprallt. Der Mann erlitt vier Brüche. Das Tier flog einfach weiter.

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Leipzig. Schwäne sind durchaus für ihre Angriffslust bekannt. Doch der Zusammenstoß mit einem Ruderboot auf einem Kanal in Leipzig scheint auch für den Schwan überraschend gekommen zu sein.

„Auf einmal ist mir etwas in den Rücken geknallt“, erinnert sich Manfred Heine, der Anfang Dezember im Doppelvierer auf dem Karl-Heine-Kanal trainierte. Unter Schmerzen drehte er sich um – und da lag in seinem Ruderboot ein Schwan mit gespreizten Flügeln. „Ich traute meinen Augen nicht und hatte Mühe, die Balance in dem schmalen Boot zu halten“, erinnert sich der 65-Jährige an den Vorfall.

Schwan landet nach Aufprall im Boot

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Das Tier müsse etwa einen Meter über der Wasseroberfläche geflogen sein, vermutet Manfred Heine. Der Vogel prallte mit seiner Brust gegen die Lendenwirbelsäule des Trainers und lag dann im Bug. Heine hob das bewusstlose Tier mit seinem Ruderblatt an. „Da richtete sich der Schwanenhals wie eine Kobra auf.“ Benommen sei der Schwan dann wieder weggeflogen.

Was kurios klingt, hat schwere Folgen: Nach dem Zusammenstoß von Schwan und Ruderer waren an Manfred Heines Lendenwirbeln vier Querfortsätze gebrochen. Obwohl der Unfall schon mehr als einen Monat zurückliegt, hat Heine noch immer Probleme beim Heben und bei bestimmten Bewegungen.

„Knapp am Rollstuhl vorbeigeschippert“

Unter der Dusche bemerkte Manfred Heine blaue Flecken am Rücken. Nach mehreren Untersuchungen stellten die Ärzte den Bruch der Querfortsätze fest. „Sie sagten, ich sei knapp am Rollstuhl vorbeigeschippert. So ein Schwan ist ja kein Sperling.“ Zwei Wochen lange durfte sich Manfred Heine nicht bewegen.

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Anfangs war dem 65-Jährigen bei der Geschichte nicht zum Lachen zumute. Inzwischen scherzt der Ruderer aber wieder: Der Schwan sei ihm Weihnachten nicht auf den Tisch gekommen, der lebe wieder am Kanal. Und ins Ruderboot möchte er auch so schnell wie möglich zurückkehren.

Von RND/Theresa Held

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