Zum Schutz der Kinder: Schule sperrt Elterntaxis aus

  • Immer wieder kommt es an Schulen wegen Eltern-Taxis zu gefährlichen Situationen.
  • Eine erste Schule in Niedersachsen zieht jetzt die Reißleine.
  • Dort werden Elterntaxis ausgesperrt, zunächst für eine Testphase.
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Oyten. Mit Baustellenabsperrungen vor einem Schulzentrum will die Gemeinde Oyten (Kreis Verden in Niedersachsen) Elterntaxis zeitweise aus der engen Straße fern halten. Zu viele Autos der Eltern hätten nicht nur die Schulbusse behindert, sondern auch die Kinder gefährdet, sagte am Montag Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse (CDU). Es habe sich eine Notsituation ergeben, so dass nun zwei Wochen lang getestet werden solle, die Elterntaxis morgens, mittags und nachmittags mit mobilen Absperrungen von den Schulen fernzuhalten. Anwohner, Schulbusse, Lehrer und der Lieferverkehr für die Mensa dürften durchfahren. Mehr als 1000 Schüler besuchen die drei Schulen.

Die Schulleiter hätten schon lange "mantraartig" zu erreichen versucht, dass nicht mehr so viele Eltern ihre Kinder im Auto direkt bis zur Schule bringen. Im Dezember habe es dann einen Unfall gegeben, ein Kind sei vor ein Auto gelaufen. "Es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert, aber in dem Moment hatten wir die grundsätzliche Änderungsbereitschaft in der Elternschaft", sagte Röse.

Schule denkt über "Kiss and Ride"-Areal nach

Die Infrastruktur in Oyten sei so gut, dass eigentlich kein Kind immer mit dem Auto gebracht werden müsse - es gebe Busse, Rad- und Fußwege. Vielleicht brauche es ein "Kiss and Ride"-Areal, sagte Röse: "Das kennt man vom Bahnhof: Nur der Beifahrer steigt aus, man selber bleibt im Auto sitzen und gibt einen Abschiedskuss, es gibt also keine lange, dauerhafte Parksituation."

Bis Ende der kommenden Woche solle der Verzicht aufs Elterntaxi nun geprobt werden, danach sollen die Erfahrungen von Experten ausgewertet werden. Im Februar sollen in einer Ratsausschusssitzung die Erkenntnisse Politikern und Eltern vorgestellt werden.

RND/dpa