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Brand im Krefelder Zoo: Welche Strafe droht den Verursacherinnen?

  • Der Brand mit 30 toten Tieren im Krefelder Zoo hat für Bestürzung gesorgt.
  • Drei Frauen haben das Feuer versehentlich mit Himmelslaternen verursacht.
  • Was droht ihnen jetzt und wer kommt für den Schaden auf? Was wir über den Brand im Affenhaus wissen.
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Krefeld. Eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter sollen nach Erkenntnissen der Polizei den verheerenden Brand im Krefelder Zoo, bei dem 30 Affen starben, mit einer Himmelslaterne ausgelöst haben. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und erklärt, dass sie in der Silvesternacht fünf der Leuchten in den Himmel geschickt hätten. Vier davon habe man inzwischen sichergestellt, die fünfte habe den Brand „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausgelöst, sagte Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz: „Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt.“

Welche Strafe droht den Verursacherinnen des Brandes im Zoo Krefeld?

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Gegen die drei Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Sie hätten die durch Feuerwärme aufsteigenden Himmelslaternen im Internet bestellt und nach eigener Darstellung geglaubt, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten. Die Frauen seien nun „am Boden zerstört“, sagte Hoppmann. Er betonte: „Ich finde es sehr couragiert, sich bei der Polizei zu melden und zu sagen: ‚Ja, ich glaube, wir sind dafür verantwortlich.‘“

Wer zahlt für den Schaden am Affenhaus?

Bei dem Brand ist ein Millionenschaden entstanden. Zu versicherungstechnischen Fragen wollte sich die Polizei nicht äußern. Ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaft sagte: „Die private Haftpflichtversicherung übernimmt auch fahrlässig verursachte Schäden. Ausgeschlossen sind nach unseren Musterbedingungen vorsätzlich herbeigeführte Schäden.“ Sie haftet also – gängige Versicherungsbedingungen vorausgesetzt – nur dann nicht, wenn ein Vorsatz nachweisbar ist.

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Sind Himmelslaternen in Deutschland erlaubt?

Zu Beginn der 2000er-Jahre kam der Trend der Himmelslaternen auch nach Europa. Für die Lampions wurde nach einer steigenden Anzahl von Bränden im Jahr 2009 ein Verbot ausgesprochen. Das Steigenlassen von Himmelslaternen ist in Deutschland zwar grundsätzlich möglich, aber mit starken Einschränkungen und teilweise nur mit einer gesonderten Aufsteigerlaubnis. In den meisten Gebieten Deutschlands ist ein Einsatz aus Brandschutzgründen sogar grundsätzlich verboten.

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Wie war das Affenhaus gegen Feuer geschützt?

Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht, dies sei aber zum Zeitpunkt des Baus 1975 auch nicht vorgeschrieben gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, forderte, auch Altbauten in Zoos mit Brandmeldern auszustatten.

Hat der Brand auch Konsequenzen für andere Zoos?

Nach dem verheerenden Feuer im Krefelder Zoo prüfen Zoos in Niedersachsen und Bremen ihre Brandschutzmaßnahmen. „Eine Überprüfung ist bereits angeschoben“, sagte die Sprecherin des Zoos Osnabrück, Hanna Räckers, am Donnerstag mit Blick auf das bestehende Sicherheitskonzept. Das Unternehmen stehe beim Thema Brandschutz in Kontakt mit anderen Zoos. Ob weitere Maßnahmen ergriffen werden, müsse die Prüfung zeigen. Ähnlich äußerte sich Bastian Lange vom Zoo am Meer in Bremerhaven. „Wir setzen uns mit unseren Brandschutzbeauftragten und Sachverständigen zusammen und werden unser Brandschutzkonzept auf Lücken prüfen.“

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Gab es in anderen Zoos schon ähnliche Katastrophen?

2017 war es im Zoo in London am Tag vor Heiligabend ebenfalls zu einem Brand gekommen. Dort starben vier Erdmännchen und ein Erdferkel. Einen großen Zoobrand in Deutschland gab es zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere kamen ums Leben: Alpakas, Zwergziegen, Shetlandponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten erlitten Verbrennungen. Die Brandursachen wurden in beiden Fällen nie abschließend geklärt.

Werden die Affen beerdigt?

Eine Beerdigung wird es für die durch den Brand umgekommenen Menschenaffen wohl nicht geben. Da es sich bei ihnen nicht um Haustiere, sondern um Wildtiere handele, sei dies nicht erlaubt, erläuterte die Sprecherin. Die Tiere wurden dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben. Für die Mitarbeiter des Zoos solle es aber eine Trauerfeier geben.

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Wann öffnet der Krefelder Zoo wieder?

Unmittelbar nach dem Brand war der Zoo an Neujahr und am Donnerstag geschlossen geblieben. Der Zoo soll am Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde aber mit Absperrungen versehen, um einen „Katastrophentourismus“ so weit wie möglich auszuschließen.

RND/dpa/hsc