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Zerteilter Pottwal vor den Kanaren geborgen: Tier offenbar von Fähre getötet

Auf diesem von der Organisation M.E.E.R. zur Verfügung gestellten Bild ist die Fluke eines in der Mitte zerteilter Pottwal-Kadavers zu sehen.

Madrid.Vor der Kanareninsel La Gomera ist ein in der Mitte zerteilter Pottwal-Kadaver geborgen worden. Das junge Tier sei mutmaßlich „ein weiteres Opfer der vielen Hochgeschwindigkeitsfähren, welche die Kanarischen Inseln miteinander verbinden“, teilte Fabian Ritter, Meeresschutzexperte der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC), am Freitag mit. Ritter, der auch wissenschaftlicher Leiter des Berliner Vereins M.E.E.R ist, betonte: „Es gibt keine andere Erklärung für einen zweigeteilten Wal, als dass er von den scharfen Rümpfen der Fähren erfasst wurde.“

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Die Ermittlung der Todesursache werde zwar „noch eine ganze Weile dauern“. Die Verantwortlichkeit müsse aber „dringend geklärt werden“. Ritter: „Die entscheidende Frage ist, ob der Wal bereits tot war, als er überfahren wurde oder ob die Kollision mit einem Schiffsrumpf zum Tod geführt hat.“ Die Statistik sage, „dass es wahrscheinlicher ist, dass der Wal durch eine Schiffskollision ums Leben kam“.

Experten entnehmen Fettproben aus einem zweigeteilten Pottwal vor der Kanareninsel La Gomera.

Experten entnehmen Fettproben aus einem zweigeteilten Pottwal vor der Kanareninsel La Gomera.

Das reglos an der Oberfläche treibende Tier sei circa zwei Seemeilen vor der Küste entfernt bei einer Walbeobachtungstour gesichtet worden. Für Untersuchungen sei es über und unter Wasser fotografiert worden. Zudem seien Fett- und Hautproben entnommen worden.

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Immer wieder werden Wale von schnellen Schiffen überfahren

Der zu Spanien gehörende Inselarchipel vor der Westküste Afrikas gilt als einer der wichtigsten und artenreichsten Lebensräume für Delfine und Wale im Nordatlantik. Insgesamt 30 Arten wurden hier laut WDC schon dokumentiert, 24 davon vor La Gomera - das sei „Europarekord“.

Es komme dort derweil „regelmäßig“ vor, dass Wale von schnellen Schiffen überfahren werden. Fast 100 Fälle seien allein für die Kanaren erfasst worden, die Dunkelziffer sei aber vermutlich sehr hoch. Junge, unerfahrene Pottwale seien besonders gefährdet. Studien hätten gezeigt, dass die Pottwal-Population auf den Kanaren vom Aussterben bedroht sei, wenn diese Gefahr nicht gemindert werde. Die Tierschützer empfehlen, dass dazu die Geschwindigkeit der Fähren reduziert wird und Meeresschutzgebiete gemieden werden.

RND/dpa

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