Zehntausende Missbrauchsbeschuldigungen gegen US-Pfadfinder

  • Mehr als 90.000 Beschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs sollen gegen den Verband der US-Pfadfinder „Boy Scouts of America“ eingegangen sein.
  • Missbrauch habe nach Schilderungen der Betroffenen in manchen Gruppen zum Alltag gehört.
  • Das sagte ein Opferanwalt am Montag gegenüber dem TV-Sender CNN.
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Washington. Gegen den Verband der US-Pfadfinder „Boy Scouts of America“ sind laut Medienberichten mehr als 90.000 Beschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs eingegangen. Montag war der letzte Tag, an dem Betroffene bei dem laufenden Insolvenzverfahren der „Boy Scouts“ Ansprüche auf Entschädigung geltend machen konnten.

Knapp 93.000 Klagen sollen vorliegen

Opferanwalt Andrew Van Arsdale sagte laut dem Fernsehsender CNN am Montagabend (Ortszeit), beim Insolvenzgericht lägen wenigstens 92.700 Klagen vor. Missbrauch habe nach Schilderungen der Betroffenen in manchen Gruppen zum Alltag gehört. Die „Boy Scouts“ hatten im Februar angesichts drohender Klagen Insolvenz angemeldet, um ihr Fortbestehen zu sichern und einen Entschädigungsfonds einzurichten.

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Der Verband habe eine „soziale und moralische Verantwortung, alle Opfer angemessen zu entschädigen“, heißt es auf der Webseite der Organisation. Man glaube Opfern und sei entsetzt, dass bei Pfadfinder-Programmen unschuldige Kinder missbraucht wurden. Seit Gründung 1910 haben laut „Boy Scouts“ mehr als 130 Millionen Kinder und Jugendliche bei der Organisation mitgemacht.

RND/epd

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