Wuppertaler Schwebebahn startet nach Unfall wieder – testweise

Vor vier Monaten stürzte eine Schiene aus der Schwebebahn in die Tiefe – seitdem steht die Bahn still. Jetzt startet das Wuppertaler Wahrzeichen wieder – zum Test. Doch bald soll die Schwebebahn wieder regulär im Einsatz sein.

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Wuppertal. Vier Monate nach einem gefährlichen Unfall der Wuppertaler Schwebebahn startet die Bahn an diesem Samstag einen zweiwöchigen Testbetrieb. Voraussichtlich Anfang August soll die Bahn wieder für Fahrgäste verkehren, sagte ein Stadtwerke-Sprecher am Donnerstag. Die Ermittlungen wegen des Unfalls wurden eingestellt. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Fehlverhalten ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft ebenfalls am Donnerstag mit. Ursache des Unfalls sei ein zuvor nicht erkennbarer Materialverschleiß gewesen.

Seit dem Unfall am 18. Oktober vergangenen Jahres steht das weltberühmte Verkehrsmittel still. Damals war eine eiserne Stromschiene auf 350 Metern Länge herabgefallen. Dabei wäre ein 34-jähriger Cabriofahrer beinahe erschlagen worden. Die Wuppertaler Stadtwerke hatten als Betreiberin von einer "Verkettung unglücklicher Umstände" gesprochen. Derzeit pendeln ersatzweise Busse entlang der Strecke.

Haltebügel sollen bei der Schwebebahn für mehr Sicherheit sorgen

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Die Schiene sei repariert. Zusätzlich würden in den nächsten Monaten zur Sicherheit rund 2500 Haltebügel an der Schiene montiert, sagte der Sprecher. Bei den Fahrten soll unter anderem ein neues Betriebssystem für die Schwebebahn geprüft werden. Außerdem sind Funktions- und Bremstests für neu gelieferte Fahrzeuge geplant.

Die Wuppertaler Schwebebahn galt jahrzehntelang als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. 1999 war es allerdings bei Sanierungsarbeiten zu einem schweren Unglück gekommen: Ein Zug stürzte in die Wupper, weil ein 100 Kilogramm schweres Metallteil an der Fahrschiene vergessen worden war. Fünf Passagiere starben.

Die Schwebebahn hat seit ihrer Fertigstellung 1901 mehr als 1,5 Milliarden Passagiere transportiert. Mit 13,3 Kilometern Strecke und 20 Bahnhöfen ist sie das Rückgrat des Nahverkehrs in der 350.000-Einwohner-Stadt. Über den geplanten Testbetrieb hatte auch der WDR berichtet.

Von dpa/RND

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