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Wundersame Reise: Surfbrett kehrt nach vier Jahren zu Australier zurück

  • 2017 verlor der Australier Danny Griffiths sein Surfbrett in einer Monsterwelle.
  • Völlig unerwartet fand der Big-Wave-Surfer es vier Jahre später wieder – 2700 Kilometer entfernt.
  • Die Reise des Bretts begeistert Forscher, jetzt kehrt es unspektakulär per Post zurück.
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Nach vier Jahren hatte Danny Griffiths nicht mehr damit gerechnet, sein geliebtes Surfbrett nochmals wiederzusehen. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, sagte er im Telefoninterview. „Wir waren damals am untersten Zipfel Tasmaniens, da ist nicht viel außer offenes Meer und wildes Wetter.“

Griffiths musste bei einer Monsterwelle abspringen

Griffiths ist ein Big-Wave-Surfer, das heißt, er surft in seiner Freizeit die ganz großen Wellen, an die sich nur wenige andere trauen. Im April 2017 drehte er gemeinsam mit Freunden an einer Dokumentation übers Surfen. „Ich hatte bereits vier oder fünf gute Wellen an dem Tag gesurft und dann musste ich bei einer Welle abspringen“, sagte er.

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Er selbst sei von einem der begleitenden Jetskis aufgesammelt worden, doch das Surfbrett wurde von den Wellen davongetragen. „Wir suchten zwei oder drei Stunden danach, konnten es aber nicht mehr finden.“

Das Brett hatte für Griffiths eine emotionale Bedeutung

Griffiths war enttäuscht: Das Brett hatte eine emotionale Bedeutung für ihn, ein Freund hatte es extra für ihn angefertigt und „ich habe einige der größten Wellen der Welt mit dem Brett gesurft“. In den Jahren danach dachte Griffiths immer wieder an das Brett, glaubte jedoch nicht daran, es je wiederzusehen.

Das Surfbrett war jedoch nicht in den Tiefen des Meeres verschwunden. Vielmehr spülte es rund 16 Monate später im tropischen Queensland an der Nordostküste Australiens an. Zwei Brüder fanden es während eines Angelausflugs, säuberten es von den Austern und Muscheln, die sich während der Reise auf dem Brett angesiedelt hatten, und hängten es sich als Souvenir an die Wand.

Dort verbrachte es zweieinhalb Jahre, bis die Eltern der Brüder vor Kurzem einen Urlaub auf Tasmanien verbrachten. Dort erzählten sie zufällig von dem Surfbrett, das die Söhne einst beim Fischen gefunden hatten, ein besonderes Brett – designt für besonders hohe Wellen. Soviel hatten die Brüder – Google sei Dank – bereits herausgefunden.

„Nun ist Tasmanien ein kleiner Staat und alle Surfer kennen sich“, sagte Griffiths. Er habe von den Erzählungen der Eltern gehört, ein Treffen mit ihnen verabredet und sich Fotos des Surfbretts zeigen lassen. Dabei stellte er fest, es war tatsächlich sein altes Brett, das er vier Jahre zuvor in den Wellen verloren hatte. Die Eltern stellten den Kontakt zu den Brüdern her, die sich überreden ließen, das Surfbrett an ihn zurückzuschicken.

Das Brett nahm einen „Umweg“ durch den Südpazifik

Nachdem der australische Sender ABC über die Geschichte berichtete, meldeten sich mehrere Forscher bei Griffiths, die sich für die Reise des Surfbretts interessierten. „Einer wollte gar die Muscheln untersuchen, die sich auf dem Brett angesiedelt hatten“, sagte Griffiths. Doch die hätten leider nicht mehr existiert.

Edward Doddridge ist einer der Wissenschaftler, die sich für die Reise des Surfbretts interessieren. Der Forscher des Instituts für Meeres- und Antarktisstudien an der Universität von Tasmanien schrieb in einer E-Mail, es sei „unmöglich“, die exakte Route, die das Surfbrett im Ozean zurückgelegt hat, nachzuvollziehen. „Die Meeresströmungen sind extrem variabel, sodass wir ihre Richtung nicht genau bestimmen können.“ Trotzdem könne man „einige fundierte Vermutungen“ anstellen.

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So fließt die sogenannte East Australian Current, die Strömung entlang der australischen Ostküste, von Norden nach Süden. „Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich das Surfbrett irgendwo in der Nähe der australischen Küste befand, als es nach Norden driftete“, sagte Doddridge. Deswegen müsse das Surfbrett einen „Umweg“ durch den Südpazifik gemacht haben.

Die Rückreise erfolgt nun weniger aufregend – per Post

Die East Australian Current ist Teil des Südpazifischen Wirbels. Dieser fließt im offenen Ozean langsam nach Norden. „Das Surfbrett driftete wahrscheinlich von Tasmanien nach Osten, vielleicht sogar über Neuseeland hinaus, bevor es im Südpazifischen Wirbel nach Norden abbog“, glaubt der australische Forscher. Als es auf der Höhe von Queensland war, haben es offenbar sowohl die Passatwinde als auch der nördliche Teil des Wirbels in Richtung Küste gedrängt.

Griffiths selbst kann sein Glück kaum fassen. Sobald das Surfbrett, das inzwischen die Rückreise per Post angetreten hat, bei ihm auf Tasmanien eintrifft, will er das Brett wieder mit in den Surf nehmen.

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„Mein Freund wird es erst einmal untersuchen und notfalls reparieren, aber dann will ich so schnell wie möglich wieder raus damit“, sagte er und fügte hinzu: „Hoffentlich verliere ich es nicht wieder.“

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